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Die Separatisten gestehen ein, Unterstützung aus Russland zu erhalten.
Die Separatisten gestehen ein, Unterstützung aus Russland zu erhalten.(Foto: REUTERS)

Russische Unterstützung auf dem Weg?: Separatisten kündigen Offensive an

Der Kreml streitet ab, der Westen mutmaßt, die Separatisten sagen es nun selbst: Russland unterstützt ihre Aktivitäten. Mithilfe von Kämpfern, die im Nachbarland ausgebildet wurden, wollen sie jetzt gegen ukrainische Regierungstruppen vorgehen.

Die Separatisten in der Ostukraine haben eine Großoffensive gegen die vorrückenden Regierungstruppen angekündigt. Es seien militärische Ausrüstung und neue, in Russland ausgebildete Kämpfer zur Verstärkung auf dem Weg, sagte ihr Anführer in Donezk, Alexander Sachartschenko, in einem Video. Es handele sich um 150 gepanzerte Fahrzeuge, darunter 30 Panzer, sowie 1200 Kämpfer, die vier Monate lang in Russland ausgebildet worden seien. Woher die gepanzerten Fahrzeuge stammen, sagte der Ministerpräsident der selbsternannten Volksrepublik Donezk nicht.

Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte eine Stellungnahme Russlands zu den Äußerungen der Separatisten. Sie und der ukrainische Präsident Petro Poroschenko seien sich in einem Telefonat einig gewesen, dass diese Waffenlieferungen aufhören und eine Waffenruhe vereinbart werden müsse, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Poroschenko telefonierte auch mit US-Vizepräsident Joe Biden. Beide Gesprächspartner hätten dabei die Ansicht geteilt, dass Russlands militärische Aktivitäten im Osten der Ukraine nicht mit dem erklärten Wunsch nach einer Verbesserung der humanitären Lage dort in Einklang zu bringen seien, teilte das US-Präsidialamt mit.

Berliner Gespräche belastet?

Video

Vor einem Treffen der Außenminister Russlands und der Ukraine am Sonntagabend in Berlin forderte Kanzlerin Angela Merkel den russischen Präsidenten Wladimir Putin auch auf, dem Strom von Rüstungsgütern, Militärberatern und bewaffnetem Personal über die Grenze in die Ukraine ein Ende zu setzen.

Die russische Führung hat eine direkte Beteiligung am Konflikt in der Ostukraine immer bestritten. Der Kreml teilte mehrfach mit, es sei möglich, dass Freiwillige zum Beispiel aus dem Nordkaukasus aus eigener Initiative aufseiten der Separatisten kämpfen könnten. Eine Länderumfrage ergab, dass vereinzelt auch Ausländer aus EU-Ländern in den Reihen der prorussischen Aufständischen aktiv sind. Sie kommen demnach überwiegend aus dem rechtsradikalen und nationalistischen Spektrum und stammen etwa aus Polen, Tschechien, Bulgarien, Lettland und Serbien.

Einigung zu Hilfskonvoi erzielt

Russland und die Ukraine haben sich inzwischen darauf geeinigt, wie es mit dem russischen Hilfskonvoi für die Ostukraine weitergehen soll. Der Verantwortliche für das Internationale Komiteee vom Roten Kreuz (IKRK), Pascal Cuttat, sagte, beide Regierungen hätten eine Einigung über die Inspektion des Konvois erzielt. Kiew müsse noch grünes Licht für den Grenzübertritt geben, und das Rote Kreuz warte auf "Sicherheitsgarantien" für den Transport der Hilfsgüter auf ukrainischem Territorium.

Die etwa 280 Lastwagen, die nach Moskaus Angaben mit 1800 Tonnen Hilfsgütern beladen sind, stehen noch immer 30 Kilometer vor der ukrainischen Grenze in der Ortschaft Kamensk-Schachtinski. Seit Donnerstag hatte sich der Konvoi damit keinen Zentimeter weiterbewegt.

Humanitäre Lage verschlechtert sich

Bei den Gesprächen in Berlin wollen die Außenminister über Auswege aus dem Konflikt und über humanitäre Hilfe für die Menschen im umkämpften Gebiet beraten. Aus dem Außenamt in Kiew verlautete, es werde auch um die Perspektive für einen weiteren Dialog gehen, möglicherweise auch auf höchstem Niveau. Russische Medien berichteten, es gebe zudem Vorbereitungen für ein Treffen des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko mit seinem Widersacher Putin.

Die Lage der Menschen im Krisengebiet verschlechtert sich nach Angaben der örtlichen Behörden derweil weiter. Die mehr als 200.000 Einwohner von Lugansk sind seit zwei Wochen ohne Strom und Wasser. In Donezk seien mehr als 40.000 Einwohner ohne Strom, teilte der Stadtrat mit.

Quelle: n-tv.de

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