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Steinmeier hatte Trump während des Wahlkampfs einen "Hassprediger" genannt.
Steinmeier hatte Trump während des Wahlkampfs einen "Hassprediger" genannt.(Foto: AP)

"Ich will nichts schönreden": Steinmeier gratuliert Trump nicht

Der Sieg des Republikaners Donald Trump bei den Präsidentschaftswahlen in den USA erwischt die Bundesregierung offenbar kalt. Bundesaußenminister Steinmeier "will nichts schönreden" und gratuliert Trump in einer Stellungnahme auch nicht.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier äußert sich zurückhaltend zum Wahlsieg von Donald Trump. "Amerika hat gewählt und die Bedeutung des Wahlausgangs ist überhaupt nicht zu unterschätzen", sagte er in Berlin. Steinmeier gratulierte dem Republikaner nicht zu seinem Sieg. "Das Ergebnis ist anders als die meisten in Deutschland sich das gewünscht haben." Selbstverständlich habe man dieses Ergebnis zu akzeptieren und akzeptiere es auch, so Steinmeier weiter.

Der SPD-Politiker äußerte sich erleichtert darüber, dass der Wahlkampf in den USA nun beendet sei. "Die Art und Weise wie dieser Wahlkampf geführt wurde, hat tiefe Wunden geschlagen." Sie seien nicht einfach zu schließen. Wenn Trump tatsächlich wie in seiner Siegesrede angekündigt "Präsident aller Amerikaner" werden wolle, müsse er die tiefen Gräben in der amerikanischen Gesellschaft zuschütten. Das sei eine große Herausforderung. Noch größer jedoch sei die Herausforderung für Trump, die Erwartungen zu erfüllen, die er geweckt habe.

Mit Blick auf internationale Beziehungen äußerte Steinmeier die Hoffnung, dass es nicht zu Verwerfungen kommt. "Ich hoffe vor allen Dingen, dass wir nicht vor größeren Verwerfungen in der internationalen Politik stehen. Trump hat während des Wahlkampfes kritische Worte nicht nur über Europa, sondern gerade auch über Deutschland gefunden." Man müsse sich nun darauf einstellen, dass die Außenpolitik weniger vorhersagbar werde.

"Ich will nichts schönreden. Nichts wird einfacher, vieles wird schwieriger", resümiert Steinmeier, der Trump während des Wahlkampfs einen "Hassprediger" genannt hatte . Er setze vor allem auf die unzähligen wertvollen Verbindungen, die es zu den USA gebe. Diese gelte es zu erhalten und zu pflegen. Es gebe mit Blick auf die Regierungszeit von Trump viele brennende Fragen, in denen man das Gespräch suchen werde. Der heutige Tag gebe vor allem auch einen Anlass zur Selbstvergewisserung für Deutschland und Europa, sich nicht treiben zu lassen und ein Ort der Vernunft zu bleiben.

Quelle: n-tv.de

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