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An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea herrscht eine angespannte Stimmung.
An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea herrscht eine angespannte Stimmung.(Foto: REUTERS)

Norden droht mit härteren Maßnahmen: Südkorea treibt Aufrüstung voran

Die Welt reagiert mit Besorgnis über den neuen Atomtest Pjöngjangs. Während der UN-Sicherheitsrat noch an einer neuen Resolution gegen Nordkorea feilt, will die Regierung in Seoul handeln. Dem Raketenprogramm des Südens soll Beine gemacht werden, heißt es.

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Nach dem Atomwaffentest Nordkoreas will die Regierung in Südkorea ihr Programm zur Entwicklung neuer Raketen beschleunigen. "Wir werden die Entwicklung von ballistischen Raketen mit einer Reichweite von 800 Kilometern beschleunigen", kündigte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul an. Raketen mit einer solchen Reichweite könnten ganz Nordkorea treffen, aber auch Teile Chinas und Japans.

US-Präsident Barack Obama hatte zuvor in einem Telefongespräch mit dem scheidenden südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak bekräftigt, dass Südkorea weiter unter dem "atomaren Schutzschirm" der USA stehe. Beide Präsidenten hätten vereinbart, eng zusammenzuarbeiten, um Maßnahmen gegen Nordkoreas Atom- und Raketenprogramme zu ergreifen und das Risiko der Weiterverbreitung von Atomwaffen zu verringern, teilte das Weiße Haus mit. Die Zusammenarbeit schließe auch die Koordination im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein.

UN-Sicherheitsrat arbeitet an neuer Resolution

Einen Tag nach dem weltweit verurteilten Atomtest drohte Nordkorea indessen erneut mit weiteren Maßnahmen. Ob "zweite und dritte härtere Maßnahmen ergriffen werden", hänge ganz von den USA ab, hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur KCNA. Der Regierung in Washington wurde erneut eine feindselige Politik unterstellt. Der dritte Atomtest habe der Selbstverteidigung des kommunistischen Landes gedient.

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Nordkorea hatte bereits wenige Stunden nach dem Test mit weiteren Drohungen nachgelegt. Der Test sei nur eine "erste Gegenmaßnahme" gewesen, hatte es in einer Erklärung des Außenministeriums in Pjöngjang geheißen. Sollten die USA durch ihr "feindseliges Vorgehen gegen die Volksrepublik" die Angelegenheit kompliziert machen, werde das Land keine andere Wahl haben, "zweite und dritte, stärkere Schritte in Folge zu unternehmen".

Der Weltsicherheitsrat hatte den Atomtest scharf verurteilt und angekündigt, sofort mit der Arbeit an einer neuen Resolution zu Nordkorea zu beginnen, die angemessene Maßnahmen beinhalten werde. Erst im Januar hatte das mächtigste UN-Gremium mit einer Resolution die bereits bestehenden Sanktionen gegen das kommunistische Land ausgeweitet. Der Rat hatte damit auf einen umstrittenen Raketenstart der Nordkoreaner im Dezember reagiert. Die Führung in Pjöngjang hatte daraufhin weitere Atom- und Raketentests angekündigt.

USA wussten Bescheid

Mit der unterirdischen Zündung einer nuklearen Sprengladung, der dritten nach 2006 und 2009, hatte Nordkorea am Dienstag seinen Konfrontationskurs gegenüber der internationalen Gemeinschaft fortgesetzt. Es habe sich um einen "leichteren, miniaturisierten" Sprengsatz gehandelt, hieß es. Der Test fand wie die beiden ersten Versuche auf dem Testgelände in Punggye-ri im Nordosten des Landes statt. Nach Schätzungen verschiedener Messstellen außerhalb Nordkoreas wurden durch die Explosion Erdstöße der Stärke 4,9 bis 5,2 ausgelöst.

Die USA seien von Nordkorea über den bevorstehenden Atomtest informiert worden, sagte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, in Washington. Allerdings habe Nordkorea dabei keinen spezifischen Zeitpunkt genannt.

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Quelle: n-tv.de

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