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In dem grenznahen Industriepark auf nordkoreanischer Seite arbeiten etwa 54.000 Nordkoreaner für mehr als 120 südkoreanische Unternehmen.
In dem grenznahen Industriepark auf nordkoreanischer Seite arbeiten etwa 54.000 Nordkoreaner für mehr als 120 südkoreanische Unternehmen.(Foto: AP)

Rückzug vom Industriepark Kaesong: Südkorea will Norden finanziell austrocknen

Südkorea setzt den Betrieb des gemeinsam mit Nordkorea betriebenen Fabrikparks in Kaesong aus. Hintergrund für die Entscheidung ist das Atomprogramms Nordkoreas. Kaesong gilt als wichtige Geldquelle für den Nachbarn im Norden.

Südkorea zieht sich nach dem nordkoreanischen Raketenstart aus dem von beiden Staaten betriebenen Industriepark Kaesong zurück. Damit solle der Norden von einer wichtigen Geldquelle für seine Raketen- und Atomwaffenprogramme abgeschnitten werden, sagte der für die Wiedervereinigung zuständige Minister Hong Yong Pyo. Die Regierung in Pjöngjang sei bereits über das Vorhaben informiert.

Der Industriepark liegt in Nordkorea an der Grenze zum Süden und ist eines der wenigen Projekte, an dem die beiden verfeindeten koreanischen Staaten zusammenarbeiten. In Kaesong arbeiten rund 55.000 Nordkoreaner für zuletzt 124 südkoreanische Firmen. Produziert werden unter anderem Textilien, Kleidung, Haushaltsgeräte und Autoteile. Der Warenwert liegt jährlich bei rund einer halben Milliarde Dollar. Die Lohnkosten der nordkoreanischen Arbeiter betragen im Durchschnitt 130 Dollar im Monat. Der nordkoreanische Staat erhält durch Steuern und Lizenzeinnahmen jährlich etwa 100 Millionen Dollar an Devisen.

Nordkorea hatte am Sonntag die internationale Gemeinschaft mit dem Start einer Langstreckenrakete alarmiert. Das wird in Verbindung mit den Atomtests als weiterer Versuch Nordkoreas bewertet, atomar bestückbare Langstreckenraketen zu entwickeln, mit denen neben den Staaten der Region selbst Teile der USA bedroht werden können.

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Quelle: n-tv.de

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