Politik
Tillersons Beziehungen zu Russland standen im Mittelpunkt des Interesses der Senatoren beider Parteien.
Tillersons Beziehungen zu Russland standen im Mittelpunkt des Interesses der Senatoren beider Parteien.(Foto: AP)
Mittwoch, 11. Januar 2017

Designierter Außenminister im Senat: Tillerson nennt Russland eine "Gefahr"

Trumps designierter Außenminister ist politisch ein unbeschriebenes Blatt. Sorgen bereitet vielen US-Amerikanern sein gutes Verhältnis zu Wladimir Putin. Doch beim ersten Auftritt im Kongress findet Rex Tillerson klare, kritische Worte für den russischen Präsidenten.

Der designierte US-Außenminister Rex Tillerson hat sich bei seiner Anhörung im Senat kritisch über Russland geäußert. Russland bemühe sich zwar international um "Respekt und Bedeutung", habe zuletzt aber "amerikanische Interessen missachtet", sagte der bisherige Chef des Energiekonzerns ExxonMobil in Washington vor dem Auswärtigen Ausschuss der Parlamentskammer. Auch die Nato-Verbündeten der USA hätten "Grund zur Beunruhigung".

Die alte Geschäftsfreundschaft zählt für Tillerson in seinem neuen Amt nicht mehr.
Die alte Geschäftsfreundschaft zählt für Tillerson in seinem neuen Amt nicht mehr.(Foto: REUTERS)

Russland stelle eine "Gefahr" dar, es sei aber nicht unberechenbar, was die Verfolgung seiner eigenen Interessen angehe, sagte Tillerson weiter. Die Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland bezeichnete er als unrechtmäßig. Russland habe sich damit Territorium angeeignet, auf das es kein Anrecht gehabt habe.

Tillerson grenzte sich mit seinen kritischen Äußerungen von seinen früheren geschäftlichen Beziehungen zu Russland ab. Als Präsident des weltgrößten Erdölkonzerns ExxonMobil hatte er enge Verbindungen zur Regierung in Moskau und zu Präsident Wladimir Putin unterhalten.

Umstrittene Nominierungen nicht in Gefahr

Der künftige US-Präsident Donald Trump hatte Tillerson Mitte Dezember als Außenminister nominiert. Tillerson verfügt über keinerlei politische Erfahrung. Auch Trumps freundliche Haltung gegenüber Moskau hatte in den vergangenen Monaten viele Spekulationen ausgelöst.

Der US-Senat muss Trumps Kabinettskandidaten noch bestätigen. Die Anhörungen der Kandidaten hatten am Dienstag mit dem besonders umstrittenen designierten Justizminister, dem erzkonservativen Senator Jeff Sessions, begonnen. Viele von Trumps Nominierungen sind umstritten. Dennoch dürfte ihre notwendige Bestätigung durch den Senat überwiegend problemlos verlaufen, da Trumps Republikanische Partei dort die Mehrheit hat. Der neue Präsident wird am Freitag kommender Woche vereidigt.

Quelle: n-tv.de

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