Politik
Trump traf sich auch mit Opfern des Hurrikans "Maria".
Trump traf sich auch mit Opfern des Hurrikans "Maria".(Foto: REUTERS)
Dienstag, 03. Oktober 2017

Lob für die eigene Regierung: Trump besucht sturmgeplagtes Puerto Rico

Einen "fantastischen Job" habe die US-Regierung in Puerto Rico geleistet, findet Präsident Trump. Und es habe schon schlimmere Katastrophen gegeben. Viele Einwohner sehen das anders - sie leiden nach wie vor unter den Schäden durch Hurrikan "Maria".

US-Präsident Donald Trump hat einen Besuch auf der schwer sturmgeschädigten Karibikinsel Puerto Rico für Lobpreisungen des Katastropheneinsatzes seiner eigenen Regierung genutzt. Während der Kurzvisite sprach er von dem "großartigen" und "fantastischen Job", den die Bundesbehörden und das Militär in dem US-Außenterritorium geleistet hätten: "Das gesamte Team war fabelhaft." Damit reagierte Trump auf die Kritik, er greife der Insel bislang nicht genügend unter die Arme.

Trump mit Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rossello und First Lady Melania.
Trump mit Puerto Ricos Gouverneur Ricardo Rossello und First Lady Melania.(Foto: REUTERS)

Zwei Wochen nach dem Hurrikan "Maria" ist ein Großteil der 3,4 Millionen Inselbewohner nach wie vor ohne Strom, Trinkwasser und Telefonverbindung, auch die Lebensmittelversorgung ist unzureichend. Bei seinem auf fünf Stunden angesetzten Besuch hob der Präsident aber darauf ab, dass die Zahl der 16 Todesopfer auf Puerto Rico deutlich geringer war als bei anderen Unwetterkatastrophen in den USA.

Der Hurrikan "Katrina" im Jahr 2005 mit seinen "Tausenden" Toten sei im Vergleich zu "Maria" eine "reale Katastrophe" gewesen, sagte Trump bei einem Gespräch mit Behördenvertretern und Militärs in der Inselhauptstadt San Juan. Durch "Katrina" waren in New Orleans und Umgebung mehr als 1800 Menschen ums Leben gekommen.

Trump wird unter anderem angelastet, dass die Bundesbehörden auf die Verwüstungen durch die Hurrikane "Harvey" und "Irma" im Sommer in den US-Bundesstaaten Texas, Louisiana und Florida deutlich energischer reagiert hätten als auf die Katastrophe auf Puerto Rico. Die Einwohner des US-Außenterritoriums haben die US-Staatsbürgerschaft, an den Präsidentschaftswahlen dürfen sie aber nicht teilnehmen.

Vorwürfe gegen Bürgermeisterin

Auf die Kritik hatte der Präsident schon kurz vor seinem Abflug zu der Insel mit überschwänglichem Lob der eigenen Regierung geantwortet. Dank dieses "unglaublichen Jobs" seien die Straßen bereits freigeräumt, und die Telekommunikation beginne wieder zu funktionieren. Seine Regierung habe auf der Insel eine genauso gute Arbeit wie in den Festlandstaaten geleistet, obwohl die Bedingungen auf der Insel "schwieriger" seien, beteuerte Trump zugleich.

In den vorherigen Tagen hatte der Präsident auch Gegenattacken gegen einzelne Vertreter der Inselbehörden gefahren, vor allem gegen die Bürgermeisterin von San Juan, Carmen Yulín Cruz, die sich über unzureichende Hilfen beklagt hatte. Der Präsident warf ihr "armselige Führungsqualitäten" vor - die Bürgermeisterin sei nicht in der Lage, ihre Arbeiter zu Hilfseinsätzen zu bewegen.

Bei der Ankunft auf Puerto Rico schüttelte Trump dann kurz mit Yulín Cruz die Hände, erwähnte sie aber nicht in seinen Lobpreisungen des Einsatzes der Katastrophenhelfer. Dagegen rühmte er die Kooperation mit dem Inselgouverneur Ricardo Rossello. Der Präsident und die First Lady Melania Trump besuchten auch mehrere Familien, deren Häuser beschädigt worden waren. "Danke dafür, dass Sie hier sind. Es ist so gut, Sie zu sehen", wurde der Präsident dabei von einem Mann auf Spanisch begrüßt. Bei einem anschließenden Event in einer Kirche wurde Trump dann von einer jubelnden Menge begrüßt. "Es gibt viel Liebe in diesem Raum, viel Liebe", schwärmte er. Anschließend verteilte er mehrere Reissäcke unter den Anwesenden.

Quelle: n-tv.de

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