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Atomunterseebot mit taktischen Marschflugkörpern an Bord: Die "USS Michigan" hat in Südkorea angelegt.
Atomunterseebot mit taktischen Marschflugkörpern an Bord: Die "USS Michigan" hat in Südkorea angelegt.(Foto: picture alliance / Jo Jung-Ho/Yo)
Dienstag, 25. April 2017

"Schicken sehr starke Armada": Trump sendet Atom-U-Boot nach Südkorea

Der chinesische Präsident Xi Jinping mahnt seinen US-Kollegen Donald Trump zu Wochenbeginn noch zur Deeskalation im Nordkorea-Streit. Der aber hat offenbar ganz andere Pläne. Vor der koreanischen Halbinsel lässt er schwere Geschütze auffahren.

Die nordkoreanische Armee hat Geburtstag. Vor genau 85 Jahren wurde sie vom "Großen Führer" Kim Il-sung als Antijapanische Partisanenvolksarmee gegründet. Im Land ein Grund zum Feiern – und auch ein Grund für einen weiteren Raketen- oder Atomtest? International wird das befürchtet. Auch wenn laut südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap bislang nur Berichte über eine nicht genauer definierte Artillerie-Übung womöglich unter Aufsicht von Machthaber von Kim Jong-un bekannt sind. Ein Raketen- oder Atomtest wäre eine weitere Eskalation der derzeit ohnehin stark angespannten Lage zwischen dem kommunistischen Regime und seinen Gegnern, allen voran den USA.

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Und die machen in dem Konflikt offenbar weiter ernst. Wie der US-Sender CNN berichtet, hat Präsident Donald Trump die Verlegung eines Atom-U-Boots nach Südkorea angeordnet. Am Vormittag (Ortszeit) war die "USS Michigan" demnach bereits in der südkoreanischen Hafenstadt Busan angekommen. Das Boot ist den Berichten zufolge auch geeignet, Tomahawk-Marschflugkörper abzufeuern. Mit diesem Waffensystem ließ Trump Anfang April einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien bombardieren - als Reaktion auf einen Giftgasangriff.

Während ein Sprecher der US-Streitkräfte laut CNN sagte, beim "Besuch" des U-Boots handele es sich bloß um Routine, erklärte Trump in einem Gespräch mit dem Sender Fox: "Wir schicken eine sehr starke Armada. Wir haben sehr starke U-Boote. Sie sind viel mächtiger als unser Flugzeugträger." An den derzeit laufenden, gemeinsamen militärischen Manövern der südkoreanischen und amerikanischen Marine soll die "USS Michigan" aber wohl nicht teilnehmen.

Xi's Appell verpufft

Vergangene Woche hatte die US-Regierung bereits eine Flotte um den Flugzeugträger "USS Carl Vinson" in Richtung der Gewässer vor der koreanischen Halbinsel geschickt. Begleitet wird die schwimmende Militärbasis von zwei Lenkwaffenzerstörern, einem Kampfflugzeug-Geschwader und einem Kreuzer. Erst am Montag hatte Chinas Staatschef Xi Jinping in einem Telefonat mit Trump zur Besonnenheit im Konflikt mit Nordkorea aufgerufen. Er hoffe, "dass die beteiligten Parteien sich in Zurückhaltung üben und Handlungen vermeiden können, die die Spannungen weiter verschärfen" könnten, sagte Xi laut einem Bericht des staatlichen chinesischen Fernsehsenders CCTV.

Auch in Nordkorea hat's sich's derweil mit der Zurückhaltung. In einem Kommentar der staatlichen Zeitung "Rodong Sinmun" wurde die Schlagkraft der Armee mit ihren "verschiedenen Präzisions- und Miniatur-Kernwaffen" gelobt. Die Armee stehe bereit, "die Geschichte der amerikanischen Ränkespiele und atomaren Erpressung zu Ende zu bringen". Am Tag zuvor hatte es aus Pjöngjang geheißen: "Unsere revolutionären Kräfte sind kampfbereit, um den atomgetriebenen Flugzeugträger mit einem einzigen Schlag zu versenken." Es war von einer "brutalstmöglichen Bestrafung am Himmel, an Land, auf See und Unterwasser ohne Vorwarnung" die Rede.

Unabhängig der gegenseitigen Machtdemonstrationen hat Trump an den UN-Sicherheitsrat appelliert, die Sanktionen gegen Nordkorea weiter zu verschärfen. Deren Atomprogramm sei eine "wirkliche Bedrohung für die Welt", sagte er in Washington bei einem Treffen mit Botschaftern der Mitgliedstaaten des UN-Gremiums. Um dieses Problem "endlich zu lösen", müsse der Sicherheitsrat "darauf vorbereitet sein, zusätzliche und härtere Sanktionen" zu verhängen.

Trump hat zuletzt wiederholt gewarnt, dass er notfalls im Alleingang gegen Nordkorea vorgehen werde. Das kommunistische Regime hat seit 2006 fünf Atomwaffentests vorgenommen, davon allein zwei im vergangenen Jahr. Zugleich arbeitet die Führung in Pjöngjang an der Entwicklung von Langstreckenraketen, mit denen atomare Sprengköpfe bis in die USA getragen werden könnten.

Quelle: n-tv.de

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