Politik
Die Trump Organization plante ein Hochhaus in Moskau.
Die Trump Organization plante ein Hochhaus in Moskau.
Donnerstag, 31. August 2017

Moskauer Trump Tower: Trumps Anwalt bat den Kreml um Hilfe

Der Fall "Trump Tower in Moskau" beschäftigt die amerikanischen Behörden seit Anfang der Woche. Nun behauptet ein Mitarbeiter des Kreml, dass er von Donald Trumps Anwalt kontaktiert worden sei.

Donald Trumps Anwalt Michael Cohen hat im Januar 2016 den Kreml per E-Mail darum gebeten, einen Immobilienhandel in Moskau zu unterstützen. Das behauptet nun auch Dmitri Peskow, ein Sprecher des Kremls. Er untermauert so frühere Berichte. Die Rede ist von einem Trump Tower, den die Trump Organization zur Zeit des Präsidentschafts-Wahlkampfes geplant hatte. Die Aussage Peskows spricht gegen US-Präsident Donald Trumps Angaben, er habe keinerlei Geschäftsverhältnisse zu Russland.

Der Kreml-Sprecher hat nach eigenen Angaben nicht auf die Mail von Cohen, damals noch Vizepräsident der Trump Organization, reagiert und sie auch nicht an den russischen Präsidenten Wladimir Putin weitergeleitet. Der Grund dafür sei gewesen, dass die Mail an die öffentliche E-Mail-Adresse der Pressestelle im Kreml geschickt worden war. "Auf derartige Geschäftsvorschläge reagieren wir nicht - das ist nicht unser Aufgabenbereich", sagt Peskow.  "Wir können nicht Hunderte und Tausende verschiedene Anfragen von unterschiedlichen Ländern, die wir erhalten, mit Präsident Putin erörtern." Zudem leugnet er, Michael Cohen persönlich zu kennen.

Cohen selbst sagt in einem Gespräch mit CNN, dass der Trump-Tower-Vorschlag bloß einer von vielen Plänen gewesen sei, über den die Trump Organization nachgedacht habe. "Ich habe den Moskau-Vorschlag im Januar 2016 fallen gelassen, weil ich das Vertrauen in den potenziellen Lizenznehmer verloren habe. Ich glaubte nicht, dass er den Baugrund und die nötigen Genehmigungen beschaffen könnte", sagt Cohen.

Trumps Beteiligung ist unklar

Anfang dieser Woche lieferten interne E-Mails neue Erkenntnisse in den Untersuchungen zu Trumps Russlandaffäre. Daraufhin hatten Untersuchungsausschüsse die Ermittlungen gegen Michael Cohen aufgenommen. Außer Cohen wurde bisher nur Trumps ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater Michael Flynn von den Ermittlungsbehörden vorgeladen. Trotz des bisherigen Ermittlungsstandes bleibt Donald Trumps direkte Einbindung in die Verhandlungen um den Trump Tower in Moskau weiterhin ungeklärt. Der Präsident hat die Untersuchungen als "Hexenjagd" bezeichnet.

Allerdings sind Trumps Aussagen zu der Angelegenheit widersprüchlich. So will er nichts mit dem Bauunternehmer Felix Sater zu tun haben, der in der Angelegenheit wohl federführend war. Die "Washington Post" berichtete Anfang dieser Woche, dass Sater Trump 2015 vorgeschlagen haben soll, einen Trump Tower in Moskau zu bauen. Damals war nicht nur von einem gewinnbringenden Geschäft die Rede, sondern auch von politischer Unterstützung durch Wladimir Putin. Ende Januar 2016 wurden die Verhandlungen eingestellt.

Dennoch weist einiges darauf hin, dass Trump und Sater sich gekannt haben. Unter anderem hat Sater, der in den 90er Jahren mit der organisierten Kriminalität in Verbindung gebracht worden war, in der Vergangenheit einige Lizenzgeschäfte in Trumps Namen abgeschlossen und besitzt eine Visitenkarte der Trump Organization, die ihn als "Senior Advisor" für Donald Trump auszeichnet.

Quelle: n-tv.de

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