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Die Autobombe war an einer Bushaltestelle explodiert.
Die Autobombe war an einer Bushaltestelle explodiert.(Foto: imago/Xinhua)

Nach Anschlag in Ankara: Türkei bombardiert PKK-Stellungen

Die türkische Regierung macht anscheinend die PKK für den Bombenanschlag in Ankara verantwortlich. Am Tag nach dem Angriff mit Dutzenden Toten und Verletzten greifen Kampfjets Lager der kurdischen Rebellen im Nordirak an.

Nach dem blutigen Anschlag im Zentrum von Ankara hat die türkische Luftwaffe Stellungen der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) im Nordirak angegriffen. Elf Kampfjets seien unter anderem im Kandil-Gebirge im Einsatz gewesen, teilte die Armee mit. Es seien Verstecke und Waffenlager bombardiert worden. Das Kandil-Gebirge gilt als Rückzugsgebiet von PKK-Kämpfern.

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In Ankara war am Sonntag an einer Bushaltestelle nahe dem Kizilay-Platz eine Autobombe explodiert. Nach jüngsten Regierungsangaben wurden 37 Menschen getötet, darunter ein Attentäter, sowie mehr als 120 Menschen verletzt, einige von ihnen schwer. Es handelte sich um den dritten Anschlag im Zentrum Ankaras binnen fünf Monaten.

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Nach Behördenangaben zündeten ein oder zwei Selbstmordattentäter ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug. Zu dem Anschlag bekannte sich zunächst niemand. Nach Angaben von Regierungschef Ahmet Davutoglu soll eine "Terroristengruppe" dahinter stecken. Die türkische Regierung vermutet, dass es sich bei einer Attentäterin um eine Frau mit Verbindungen zur PKK handeln könnte. "Wir glauben, dass eine Angreiferin eine Frau mit PKK-Verbindungen war", sagte ein türkischer Behördenvertreter. Auch die regierungsnahe Zeitung "Sabah" berichtete, es werde vermutet, dass sich eine Selbstmordattentäterin der PKK in die Luft gesprengt habe.

Nach zwei Jahren relativer Ruhe war der Kurdenkonflikt in der Türkei im vergangenen Sommer wieder eskaliert. Die türkische Armee geht seit Dezember im Südosten des Landes mit aller Härte gegen mutmaßliche PKK-Rebellen vor.

Erst Mitte Februar wurden nahe dem Kizilay-Platz bei einem Bombenanschlag auf einen Militärkonvoi 29 Menschen getötet. Zu dem Anschlag bekannte sich damals die militante Kurdenorganisation Freiheitsfalken Kurdistans. Sie hatte damals zugleich weitere Anschläge angekündigt.

Der schwerste Anschlag ereignete sich am 10. Oktober, als zwei Selbstmordattentäter bei einer prokurdischen Demonstration 103 Menschen in den Tod rissen. Die Behörden machten die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat verantwortlich.

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Quelle: n-tv.de

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