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Kämpfer der kurdischen YPG im Januar 2015 bei Kobane.
Kämpfer der kurdischen YPG im Januar 2015 bei Kobane.(Foto: picture alliance / dpa)

Angriff auf angebliche Terrorgruppe: Türkei bombardiert syrische Kurden

Die Türkei liefert dem Streit mit Washington um die Rolle der Kurden erneut Zunder. Nach vermehrten Drohgebärden seitens der Regierung bombardiert die türkische Luftwaffe nun offenbar Stellungen der IS-feindlichen YPG in Syrien.

Das türkische Militär hat in Syrien Stellungen von kurdischen Einheiten nördlich von Aleppo beschossen. Die Streitkräfte hätten Ziele nahe Asas ins Visier genommen, verlautete es aus Regierungskreisen in Ankara. Laut der syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte richteten sich die Angriffe unter anderem gegen den Luftwaffenstützpunkt Minnigh, der erst vor wenigen Tagen von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) eingenommen worden war.

Kurz bevor die Syrische Beobachtungsstelle über den türkischen Einsatz berichtete, hatte der türkische Regierungschef Ahmet Davutoglu den syrischen Kurden mit Angriffen gedroht. Die türkische Luftwaffe sei in Syrien zu den gleichen Aktionen in der Lage wie im Nordirak, wo sie immer wieder PKK-Stellungen bombardiert, sagte Davutoglu in der osttürkischen Stadt Erzincan.

"Die Führungsstruktur und die Ideologie von PKK und PYD sind identisch", behauptete der türkische Regierungschef. "Diejenigen, die sagen, sie seien keine Terrorgruppen, kennen entweder die Region nicht oder haben schlechte Absichten", sagte er mit Blick auf die Haltung Washingtons.

Feinde der Türkei, Verbündete der USA

Die YPG kontrollieren große Teile der kurdischen Siedlungsgebiete im Norden Syriens und verteidigt diese gegen den sogenannten IS. Zwischen den USA und der Türkei schwelt seit Monaten ein Streit über die Rolle der Kurden im syrischen Bürgerkrieg. Washington unterstützt die Partei der Demokratischen Union (PYD) und ihren bewaffneten Arm, die (YPG), militärisch.

Für Washington sind die Kurden wichtige Verbündete im Kampf gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien. Aus Sicht der türkischen Regierung sind die PYD und die YPG hingegen "terroristische Organisationen" und stehen auf einer Stufe mit der von ihr bekämpften, in der Türkei aktiven Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Im Kampf gegen den IS erwägt das Nato-Land Türkei unterdessen die Entsendung von Bodentruppen nach Syrien. Im Syrien-Krieg steht die Türkei aufseiten von Rebellen, die in ihrem Kampf gegen die syrische Regierung zuletzt durch russische Luftangriffe ins Hintertreffen geraten sind. So rücken derzeit Soldaten von Präsident Baschar al-Assad weiter auf Aleppo zu, das rund 50 Kilometer südlich von Asas entfernt liegt.

Quelle: n-tv.de

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