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Für Vergeltung würde der türkische Ministerpräsident Davutoglu (m.) die geplante Waffenruhe in Syrien unterbrechen.
Für Vergeltung würde der türkische Ministerpräsident Davutoglu (m.) die geplante Waffenruhe in Syrien unterbrechen.(Foto: AP)

Vergeltung statt Feuerpause: Türkei zweifelt an syrischer Waffenruhe

Mit der geplanten Waffenruhe kommt nach Jahren Bewegung in den Syrien-Konflikt. Die türkische Regierung äußert allerdings Zweifel an den Absichten der Beteiligten und spricht außerdem davon, die Feuerpause auf der Suche nach Vergeltung zu brechen.

Die türkische Regierung hat Zweifel an der geplanten Waffenruhe im benachbarten Syrien. "Wir sind nicht optimistisch", sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira. Bisher seien alle diplomatischen Bemühungen um eine Lösung des Konflikts von der syrischen Regierung, von Russland und dem Iran als Gelegenheit für neues Blutvergießen missbraucht worden. Sie seien auch für die Unterbrechung der Friedensverhandlungen in Genf verantwortlich gewesen.

Davutoglu unterstrich außerdem, dass die Türkei bereit wäre, die Waffenruhe in Syrien zu brechen. "Wir behalten uns Vergeltungsschläge wegen des Anschlags in Ankara vergangene Woche vor", erklärte der Ministerpräsident. "Das war ein Terroranschlag, der vom Regime unterstützt wurde. Wir wissen, wie und wann wir eine Antwort geben werden."

Angriffe auf Terrorgruppen dürfen fortgesetzt werden

Die türkische Regierung macht die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK und deren bewaffneten syrischen Ableger YPG für den Anschlag von Ankara verantwortlich, bei dem 28 Menschen getötet wurden. In dem Al-Dschasira-Interview warf Davutoglu der syrischen Regierung und Russland vor, die YPG zu unterstützen.

Die USA und Russland hatten sich am Montag auf eine Feuerpause in Syrien geeinigt, die am Samstag um 0.00 Uhr Ortszeit in Kraft treten soll. Angriffe gegen Milizen, die von der UNO als Terrorgruppen eingestuft werden, dürfen fortgesetzt werden. Dazu zählen die zu Al-Kaida gehörende Al-Nusra-Front und der Islamischer Staat (IS).

Das syrische Regime soll die Waffenruhe akzeptiert haben. Das meldete am Vormittag die staatliche syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Außenministerium in Damaskus.

Quelle: n-tv.de

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