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UN-Botschafter Uruguays, das derzeit den Vorsitz im Sicherheitsrat hat, erklärte, dass Nordkorea Resolutionen erwarten muss.
UN-Botschafter Uruguays, das derzeit den Vorsitz im Sicherheitsrat hat, erklärte, dass Nordkorea Resolutionen erwarten muss.(Foto: REUTERS)

H-Bombe in Nordkorea: UN-Sicherheitsrat kündigt Strafen an

Der Atomtest in Nordkorea stößt weltweit auf Kritik. Nun verkündet der Sicherheitsrat der Uno, seine Resolutionen gegen Pjöngjang zu verschärfen. Derweil ist immer noch unklar, ob tatsächlich eine Wasserstoffbombe gezündet wurde.

Die internationale Gemeinschaft hat den neuen Atomtest Nordkoreas scharf verurteilt. Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrats einigten sich bei einer Dringlichkeitssitzung darauf, "zusätzliche Maßnahmen" gegen Pjöngjang zu ergreifen. Experten äußerten Zweifel, ob es sich bei dem Atomversuch tatsächlich um den Test einer Wasserstoffbombe handelte. Nordkorea hatte bereits in den vergangenen Jahren drei Atomtests vorgenommen.

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Der UN-Sicherheitsrat verurteilte den Atomtest als "klare Bedrohung für Frieden und Sicherheit" in der Welt und kündigte an, das Vorgehen gegen den international weitgehend isolierten Staat zu verschärfen. Die Arbeit an einer entsprechenden Resolution werde umgehend beginnen, sagte Uruguays UN-Botschafter Elbio Rosselli, dessen Land derzeit den Vorsitz des Sicherheitsrats innehat. Auch die Veto-Macht China, die mit dem kommunistischen Nordkorea verbündet ist, unterstützte den Beschluss.

Rosselli ließ offen, ob es sich bei den angedrohten Maßnahmen um Sanktionen handeln werde. Aus Diplomatenkreisen hieß es aber, dass eine Ausweitung der Sanktionsliste für nordkoreanische Vertreter erwogen werde. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte Pjöngjang auf, "jegliche nukleare Aktivität zu beenden und seine Verpflichtungen einzuhalten". Der Test sei "äußerst beunruhigend" und "destabilisierend für die regionale Sicherheit".

Kim ordnete den Test persönlich an

Nordkorea hatte verkündet, "erfolgreich" eine Wasserstoffbombe getestet zu haben. Damit habe das Land nun "den Rang eines fortgeschrittenen Atomstaates erreicht", hieß es im Staatsfernsehen. Der für das Ausland überraschende Test wurde den Angaben zufolge von Staatschef Kim Jong Un persönlich angeordnet.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye sagte, der Atomtest sei eine Bedrohung für die Sicherheit und Zukunft Südkoreas. Japans Regierungschef Shinzo Abe verurteilte den Test als "ernsthafte Bedrohung" für sein Land. Auch China äußerte sich kritisch. Peking sei "entschieden gegen" den Atomtest, sagte Außenamtssprecherin Hua Chunying.

Die US-Regierung sprach von einer "Provokation", auf die die USA "angemessen" reagieren würden. Zudem äußerte Washington "nach ersten Analysen" Zweifel an den Angaben Nordkoreas, dass es sich bei dem Atomversuch um die Zündung einer Wasserstoffbombe gehandelt habe. "Nichts, was in den vergangenen 24 Stunden passiert ist, hat die Vereinigten Staaten dazu bewogen, unsere Einschätzung der technischen und militärischen Fähigkeiten Nordkoreas zu ändern", sagte der Sprecher von US-Präsident Barack Obama, Josh Earnest.

Steinmeier: "Entschlossen und deutlich" reagieren

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte, mit seinem Verhalten stelle sich Nordkorea gegen Resolutionen des UN-Sicherheitsrates und "die Grundsätze der Völkergemeinschaft". Die internationale Gemeinschaft müsse darauf "entschlossen und deutlich" reagieren. Das Auswärtige Amt bestellte den nordkoreanischen Botschafter ein. Auch die EU und die Nato verurteilten dem Atomtest.

Das abgeschottete Nordkorea hatte bereits in den Jahren 2006, 2009 und 2013 Atomwaffentests unternommen. Im Dezember hatte Kim dann erstmals angedeutet, dass sein Land eine Wasserstoffbombe besitze. Seine Aussage wurde von internationalen Experten aber mit Skepsis aufgenommen.

Experten äußerten auch Zweifel an den Angaben Nordkoreas. Die US-Erdbebenwarte USGS registrierte in der Nähe des nordkoreanischen Atomtestgeländes Punggye Ri einen Erdstoß der Stärke 5,1. Die Stärke der Explosion sei damit deutlich schwächer gewesen, als bei der Zündung einer Wasserstoffbombe zu erwarten sei, sagte der australische Rüstungsspezialist Crispin Rovere. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe sah "starke Indizien für eine Nuklearexplosion". Jedoch werde bei einer Wasserstoffbombe normalerweise eine größere Sprengkraft erzeugt.

Quelle: n-tv.de

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