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Angela Merkel ruft die UN-Mitgliedsstaaten dazu auf, Flucht und Vertreibung zu bekämpfen.
Angela Merkel ruft die UN-Mitgliedsstaaten dazu auf, Flucht und Vertreibung zu bekämpfen.(Foto: AP)

"Ursachen von Vertreibung bekämpfen": UN einigen sich auf gemeinsame Agenda

Die Nationen einigen sich beim Nachhaltigkeitsgipfel auf gemeinsame Ziele: Armut soll bekämpft werden, Gesundheitsversorgung und Bildung müssen gefördert werden. Merkel geht derweil in ihrer Rede auf die Flüchtlingskrise ein.

Staats- und Regierungschefs aus aller Welt haben sich beim Nachhaltigkeitsgipfel auf eine gemeinsame Agenda geeinigt. Der entwicklungspolitische Katalog umfasst insgesamt 17 Ziele. Diese sollen bei der Beseitigung extremer Armut helfen, die Gesundheitsversorgung und Bildung fördern sowie den Klimawandel bekämpfen. Der Plan soll bis 2030 umgesetzt werden. Die sogenannten Nachhaltigkeitsziele (SDGs) lösen die Jahrtausendziele (MDGs) ab und verpflichten nicht nur die Entwicklungsländer.

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erinnert in seiner Rede daran, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Staaten ist.
UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erinnert in seiner Rede daran, wie wichtig die Zusammenarbeit aller Staaten ist.(Foto: imago/Xinhua)

Die 193 UN-Mitgliedsstaaten wollen an einem Strang ziehen. "Niemand darf zurückgelassen werden", sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. "Aber der wahre Test kommt noch, nämlich die Umsetzung. Wir brauchen dafür die Hilfe von überall und von jedem." Die SDG seien die Blaupause zum Erfolg. "Wir brauchen politische Verpflichtung und Zusammenarbeit mit allen", sagte der Südkoreaner. "Dafür müssen wir uns ändern und über nationale Grenzen hinausgucken."

Deutschland stockt Etat auf

Zuvor hatte auch Papst Franziskus die Weltgemeinschaft eindringlich zum Kampf gegen Armut und Umweltzerstörung aufgefordert. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel sprach vor den Vereinten Nationen. Sie sagte, dass die Weltgemeinschaft die Ursachen der Flucht aus ärmeren Ländern bekämpfen muss. "Millionen sehen sich zur Flucht gezwungen, durch Krieg und Vertreibung und auch durch mangelnde Zukunftsperspektiven und die Zerstörung ihrer Lebensgrundlage", sagte Merkel. "Es gibt dafür nur eine Lösung: Wir müssen die Ursachen von Flucht und Vertreibung bekämpfen." Deutschland stehe zur Verpflichtung, 0,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Entwicklungshilfe einzusetzen. "Unser Etat für Entwicklungshilfe wird in den nächsten Jahren jedes Jahr substanziell steigen."

Die in mehr als zwei Jahren ausgehandelten Vorsätze sollen vor allem den Ärmsten der Welt helfen und die Erfolge der Jahrtausendziele sichern. Bis 2030 sollen extreme Armut und Hunger auf der Welt besiegt werden. Außerdem soll allen Menschen Zugang zu sauberem Wasser, einer hygienischen Erfordernissen genügenden Toilette und einer kostenlosen Grundschulausbildung garantiert werden. Der SDG-Katalog umfasst 17 Ziele, die den in vielen Punkten erreichten Jahrtausendzielen folgen.

Zuvor hatten die Vereinten Nationen prominente Unterstützung erhalten. Neben der in Benin aufgewachsenen Sängerin Angélique Kidjo trat vor den Abgeordneten der 193 UN-Staaten auch ihre kolumbianische Kollegin Shakira auf. Und auch Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai, die einen Mordanschlag von Islamisten überlebt hatte, richtete Worte an die Abgeordneten. "Bildung ist kein Privileg", sagte die 18-Jährige, "Bildung ist ein Recht".

Quelle: n-tv.de

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