Politik

"Es ist entsetzlich in Gaza": UNRWA-Sprecher bricht in Tränen aus

Wieder trifft die israelische Armee eine UN-Schule in Gaza. Hunderttausende sind auf der Flucht und suchen den Schutz der Uno. In einem Fernsehinterview zeigt der Sprecher des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge, wie sehr das Erlebte auf ihm lastet.

Der langjährige Sprecher des UN-Hilfswerks für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA), Chris Gunness, ist angesichts der schlimmen Zustände im Gaza-Streifen bei einem Live-Interview mit dem arabischen Sender Al-Dschasira in Tränen ausgebrochen. "Die Rechte der Palästinenser, sogar ihrer Kinder, werden völlig verwehrt, und es ist entsetzlich", sagte Gunness und begann verzweifelt zu schluchzen. Das Interview musste daraufhin abgebrochen werden.

Auf Twitter schrieb Gunness später: "UNWRA ist in Gaza total überfordert, wir stehen vor den Zusammenbruch, unsere Mitarbeiter werden getötet, unsere Schutzräume quellen über. Wo soll das enden?" Zu seinem Interview äußerte er sich ebenfalls auf Twitter. Es gebe Momente, in denen Tränen mehr sagten als Worte. Doch seine hätten wenig Bedeutung angesichts der Tränen in Gaza, so Gunness.

220.000 auf der Flucht

Bei einem neuerlichen Angriff auf das Flüchtlingslager Dschabalija im Norden des Gazastreifens sind am Morgen mindestens 15 Palästinenser verletzt worden, die in einer Schule der Vereinten Nationen Zuflucht suchten. Nach Angaben palästinensischer Rettungskräfte griff die israelische Armee aus der Luft eine Moschee in der Nähe der Schule an. Bei der Attacke hätten Trümmer die Schule getroffen. Zwei Menschen trugen demnach schwere Verletzungen davon.

Bei dem Beschuss der Schule der Vereinten Nationen in Dschabalija waren am Mittwochmorgen zwei Klassenräume von Panzergranaten verwüstet worden, wie das UNRWA mitteilte. Etwa 3300 obdachlose Palästinenser hatten dort Zuflucht gesucht. 16 Menschen starben. Der israelische Angriff wird international scharf kritisiert.

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat das Palästinensergebiet zum "humanitären Katastrophengebiet" erklärt. Er forderte die Vereinten Nationen auf, alles zu unternehmen, um den Menschen in der Küsten-Enklave am Mittelmeer zu helfen. Nach UN-Angaben haben bereits rund 220.000 Menschen in dem blockierten Palästinensergebiet Schutz in UN-Schulen gesucht.

Quelle: n-tv.de

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