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Sagte der New York Times und ihrem Herausgeber Arthur Sulzberger junior (r.) erst ab, dann wieder zu: Donald Trump
Sagte der New York Times und ihrem Herausgeber Arthur Sulzberger junior (r.) erst ab, dann wieder zu: Donald Trump(Foto: AP)
Mittwoch, 23. November 2016

"So etwas noch nicht erlebt": US-Medien entsetzt über Trumps Verhalten

Der kommende US-Präsident Trump trifft sich mit allen großen US-TV-Sendern - und beschimpft sie. Sie seien Lügner, hinterlistig und unaufrichtig. Teilnehmer sind schockiert: "Er versteht unsere Rolle nicht." Über die New York Times sagt Trump: "Ich lese sie. Leider."

Donald Trump bleibt auch als designierter Präsident auf Kriegsfuß mit den großen Medien der USA. Am Dienstag gelangten Einzelheiten eines vertraulichen Treffens von Trump mit führenden Vertretern aller großen US-TV-Sender an die Öffentlichkeit. Ohne namentlich genannt zu werden, äußerten sich mehrere der Journalisten entgeistert und aufgebracht.

Man habe nach dem heftigen Wahlkampf mit einem versöhnlichen Treffen oder der Ankündigung einer baldigen Pressekonferenz gerechnet, doch das Gegenteil sei der Fall gewesen. "Es war ein totales Desaster", zitierte die "New York Post" einen Teilnehmer. Kellyanne Conway aus Trumps Team zeichnete ein anderes Bild des Gesprächs. Man habe sich in herzlicher Atmosphäre konstruktiv ausgetauscht.

Trump sei sehr wütend gewesen, zitieren US-Medien wie der "New Yorker" Teilnehmer. Er habe gesagt, am schlimmsten seien die Sender CNN und NBC, sie seien Lügner, er hasse CNN. Dem anwesenden Senderchef Jeff Zucker soll er gesagt haben: "Ich hasse Ihren Sender, jeder bei CNN ist ein Lügner und Sie sollten sich schämen." Überhaupt sei man in einem Raum voller Lügner, mit hinterlistigen, unaufrichtigen Medien.

"Dem Amt total unangemessen"

NBC habe er gefragt, warum sie von ihm immer ein so hässliches Foto mit einem Doppelkinn zeigten. "Er poltert genauso herum wie während des Wahlkampfs und plustert sich total auf", wurde ein anderer Teilnehmer zitiert. "Das ist dem Amt total unangemessen. Mich macht das krank. So etwas habe ich noch nie erlebt. Er versteht unsere Rolle nicht. Er denkt, wir wären dafür da, zu sagen, was er sagt, und fertig."

Das Treffen sei wie ein "Erschießungskommando" gewesen, zitierte das Boulevardblatt "New York Post" einen Teilnehmer. Anliegen der TV-Manager und -Moderatoren sei es gewesen, über den Zugang zum Trump-Team zu sprechen. Stattdessen hätten sie sich im Trump-Stil "herunterputzen" lassen müssen. Das Treffen sollte eigentlich unter dem Gebot der Verschwiegenheit stattfinden. Doch noch ein weiterer Teilnehmer berichtete der "New York Post" von Tiraden Trumps.

An dem Gespräch mit Trump nahmen führende Vertreter und Star-Moderatoren der Sender NBC, ABC, CBS, CNN und Fox teil. Ein für Dienstag vereinbartes Treffen mit dem Herausgeber und mehreren Reportern der "New York Times" sagte Trump erst ab, dann plötzlich wieder zu. "Ich habe den größten Respekt für die 'New York Times'", sagte Trump im Interview der Zeitung. Er fügte aber hinzu: "Ich glaube, dass ich sehr hart angefasst worden bin." Er finde, die Berichterstattung der "New York Times" über seinen Wahlkampf sei die härteste von allen gewesen. Die "Washington Post" sei vielleicht schlecht, aber dort habe er wenigstens ab und zu einen guten Artikel bekommen.

Er würde das Verhältnis zur "New York Times" gerne verbessern, sagte Trump, das würde seinen Job einfacher machen. "Ich lese sie. Leider. Täte ich es nicht, würde ich 20 Jahre länger leben." Im Wahlkampf und auch in den ersten Wochen als gewählter Präsident hatte Trump die Zeitung wiederholt angegriffen, sowohl auf Veranstaltungen als auch über Twitter.

Quelle: n-tv.de

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