Angst vor qualvoller HinrichtungUS-Todeskandidaten klagen

US-Präsident Obama nannte die Hinrichtung "zutiefst verstörend": Wegen Problemen mit der Giftinjektion starb im April ein US-Häftling qualvoll. Andere Todeskandidaten fürchten ein ähnliches Schicksal und greifen zu juristischen Mitteln.
Zwei Monate nach dem qualvollen Tod eines Häftlings wegen einer falsch gesetzten Giftspritze haben 21 Todeskandidaten im US-Bundesstaat Oklahoma Klage gegen die Strafvollzugsbehörde eingereicht. In dem an einem Bundesgericht in Oklahoma eingereichten Schriftstück kritisieren sie vor allem die umstrittene Hinrichtungsmethode, die auch ihnen drohe. In Oklahoma war Ende April die Hinrichtung eines Todeskandidaten abgebrochen worden, weil es Probleme mit der Giftinjektion gab. Der Mann wand sich 43 Minuten lang im Todeskampf vor Schmerzen, bis er schließlich einen tödlichen Herzinfarkt erlitt.
Die 21 Kläger sehen nach eigenen Angaben "die hohe Gefahr", dass die Strafvollzugsbehörde von Oklahoma bei ihnen "die gleichen oder ähnliche Produkte und Prozeduren anwendet" wie bei der Hinrichtung Ende April. Der Vorfall hatte in den USA die Debatte über die Todesstrafe neu entfacht, Präsident Barack Obama bezeichnete die Hinrichtung als "zutiefst verstörend".
Nach der Tragödie setzte Oklahoma alle Hinrichtungen für sechs Monate aus, die nächste Vollstreckung einer Todesstrafe in dem Bundesstaat ist aber schon terminiert: Sie soll am 13. November stattfinden.