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(Foto: AP)

"Bereit für militärische Lösung": US-Truppen rüsten syrischen Flughafen auf

Die USA suchen nach einer politischen Lösung im Syrienkonflikt - sind aber auch militärisch vorbereitet, sagt US-Vizepräsident Biden. Unterschiedliche Angaben gibt es über einen US-Luftwaffenstützpunkt im äußersten Nordosten Syriens.

Während sich ranghohe US-Politiker um potentielle diplomatische Allianzen bemühen, bauen US-Truppen offenbar einen Luftwaffenstützpunkt im äußersten Nordosten Syriens auf. US-Spezialkräfte und Experten würden einen landwirtschaftlichen Flughafen in Rmeilan in der Provinz Hasakeh ausbauen, damit dort Hubschrauber und Frachtflugzeuge landen können, um Ausrüstung und Munition an die Kurden zu liefern, sagten Quellen in der syrischen Armee und den Sicherheitskräften.

Demnach erweiterten fast hundert US-Experten gemeinsam mit Kämpfern der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPD) die Landebahn des Flughafens, der vor dem Krieg von Kleinflugzeugen genutzt wurde, und verlängerten sie auf 2700 Meter. Aus dem Militär verlautete, die US-Truppen arbeiteten seit mehr als drei Monaten am Ausbau des Flughafens in Rmeilan.

Aus syrischen Sicherheitskreisen hieß es, die US-Spezialkräfte und Berater würden den Flughafen in dem Dorf im äußersten Nordosten Syriens unweit der Grenzen zur Türkei und dem Irak als "Basis" benutzen und von dort mit Helikoptern zur Front starten. Ein Sprecher der Rebellenallianz Syrische Demokratische Kräfte bestritt die Angaben und sagte, Rmeilan sei ein "landwirtschaftlicher Flughafen".

Das US-Verteidigungsministerium bestritt ebenfalls, dass US-Truppen die Kontrolle über einen Flughafen in Syrien übernommen hätten. "Die Größe der Mission der US-Präsenz in Syrien ist unverändert", sagte der Sprecher des US-Zentralkommandos, Oberst Pat Ryder. Allerdings würden die US-Truppen in Syrien "ständig nach Wegen suchen, die Effizienz für die Logistik und die Personenrettung zu erhöhen".

Biden in Istanbul

Nach den Worten von Vize-Präsident Joe Biden sei man auf eine militärische Lösung in Syrien vorbereitet, sollte es keine politische Einigung geben. Wenige Tage vor Beginn der für kommende Woche in Genf geplanten Friedensgespräche sagte Biden in Istanbul, eine politische Lösung des Konfliktes in Syrien sei besser. "Aber für den Fall, dass das nicht möglich sein sollte, sind wir vorbereitet, eine militärische Lösung herbeizuführen und Daesh zu vertreiben."

Daesh ist die arabische Abkürzung für die radikal-islamische Miliz "Islamischer Staat", die weite Teile Syriens und des Iraks unter Kontrolle hat. Beide Staaten grenzen an die Türkei, die dem Militärbündnis Nato angehört.

Biden sagte auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu, sie hätten auch darüber beraten, wie die beiden Nato-Partner die sunnitischen Rebellen in ihrem Kampf gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad weiter unterstützen könnten.

Den USA sei klar, dass die verbotene Kurdische Arbeiterpartei PKK ebenso eine Bedrohung für die Türkei sei wie die IS-Miliz, sagte Biden weiter. Die Türkei müsse alles tun, um ihre Bevölkerung zu schützen.

Quelle: n-tv.de

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