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Mittwoch, 04. November 2015

Westen hat neue Erkenntnisse: USA: IS steckt hinter Absturz auf Sinai

Behörden haben Hinweise darauf, dass die Passagiermaschine in Ägypten durch eine Bombe des IS abgestürzt ist. Zuvor hatten die Briten Flüge von Scharm el-Scheich ausgesetzt, kurze Zeit später stellten auch die Iren den Flugverkehr ein.

Die Behörden der USA und Großbritanniens haben angeblich Hinweise darauf, dass der IS hinter dem Absturz einer russischen Passagiermaschine auf dem Sinai steckt. Die USA gehen davon aus, dass eine Bombe im Gepäck des Ferienfliegers verstaut war, berichtet CNN. Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte Sicherheitskreise. Großbritanniens Außenminister Philip Hammond sprach von einer "signifikanten Möglichkeit". Wie die Bombe an Bord der Maschine gelangen konnte, müsse noch geklärt werden.

Ein Wrackteil der Unglücksmaschine. Experten suchen immer noch nach der Absturzursache.
Ein Wrackteil der Unglücksmaschine. Experten suchen immer noch nach der Absturzursache.(Foto: AP)

Zuvor hatten Großbritannien und Irland Flüge von Scharm el-Scheich wegen Bombenverdachts bis auf Weiteres ausgesetzt. Das Amt des britischen Premierministers David Cameron erklärte bereits am frühen Abend, dass die Maschine mit 224 Menschen an Bord wegen einer Bombe abgestürzt sein könnte. Downing Street erklärte, bei der Aussetzung der Flüge handle sich um eine "Vorsichtsmaßnahme", da mittlerweile mehr Informationen zu dem Flugzeugabsturz vorliegen würden. Kurze Zeit später zogen die Iren nach. Irische Fluggesellschaften hätten entsprechende Anweisungen erhalten, teilte die irische Luftfahrtaufsicht (IAA) mit. Auch der Luftraum über der Sinai-Halbinsel solle "bis auf weiteres" gemieden werden.

Derweil wurde bekannt, dass ein Flugschreiber der verunglückten Maschine beschädigt ist. Deshalb werde man viel Arbeit investieren müssen, um die Daten auszuwerten, teilte das ägyptische Luftfahrtministerium mit. Aus der zweiten Black Box seien die Daten dagegen ausgelesen worden. Weitere Details gab das Ministerium jedoch noch nicht bekannt.

IS erneuert Anschlag-Behauptung

Selbst die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) hatte ihre Behauptung erneuert, sie habe einen Anschlag auf die Maschine verübt. Die Ermittler sollten beweisen, dass der IS nicht für den Absturz verantwortlich sei, forderte die Organisation bei Twitter. "Zu gegebener Zeit" werde der IS darlegen, auf welche Weise das Flugzeug abgestürzt sei. In einer Audio-Botschaft auf dem Twitterkonto des ägyptischen IS-Ablegers erklärte ein Sprecher, die Ermittlungsbehörden müssten ihre Arbeit tun und die Absturzursache aufklären. Das sei nicht Aufgabe des Islamischen Staates. Den Dschihadisten zufolge wurde das Flugzeug genau ein Jahr nach dem Tag zum Absturz gebracht, an dem sich islamistische Kämpfer auf dem Sinai der IS-Miliz angeschlossen hatten.

Die Islamisten hatten sich bereits kurz nach dem Flugzeugunglück am Samstag dazu bekannt, die Maschine mit 224 Menschen an Bord zum Absturz gebracht zu haben. Ägyptische und russische Behörden bestreiten die Version eines Abschusses allerdings. Sie weisen darauf hin, dass der IS auf der Sinai-Halbinsel nicht über Waffen verfüge, um eine in rund 9000 Metern Höhe fliegende Maschine abzuschießen.

Der Airbus  A321 der kleinen Gesellschaft Metrojet soll kurz nach dem Start vom Flughafen des Badeorts Scharm el-Scheich fast aus Reiseflughöhe praktisch senkrecht zu Boden gestürzt sein.

Quelle: n-tv.de

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