Politik
Nikki Haley ist Trumps Stimme bei den Vereinten Nationen.
Nikki Haley ist Trumps Stimme bei den Vereinten Nationen.(Foto: REUTERS)
Sonntag, 17. September 2017

Im Falle eines Angriffs: USA drohen Nordkorea mit Vernichtung

Drohungen zum Trotz arbeitet Nordkorea an seinem Atom- und Raketenprogramm. Die USA halten deshalb die Möglichkeiten der Vereinten Nationen für weitgehend ausgereizt. Gleichzeitig schickt UN-Botschafterin Haley eine scharfe Warnung an Pjöngjang.

Der UN-Sicherheitsrat hat nach Ansicht der US-Botschafterin Nikki Haley bei er Begrenzung von Nordkoreas Atomprogramm seine Möglichkeiten weitgehend ausgeschöpft. "Wir haben so ziemlich alle Dinge, die wir im Sicherheitsrat an dieser Stelle tun können, ausgereizt", sagte Haley in der CNN-Sendung "State of the Union".

Deshalb müssten die USA nun die Angelegenheit möglicherweise an das Verteidigungsministerium übergeben. "Wir versuchen jede andere Möglichkeit, die wir haben, aber es liegen eine Menge militärischer Optionen auf dem Tisch."

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Pjöngjang müsse im Fall eines Angriffs auf den Westen mit verheerenden Folgen rechnen, sagte Haley weiter. "Wenn die USA sich oder ihre Verbündeten in irgendeiner Weise verteidigen müssen, wird Nordkorea zerstört", drohte sie. Sie gab sich verhalten optimistisch, dass der Konflikt mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Yong Un noch auf friedliche Weise gelöst werden könne und meinte, sie sehe Anzeichen dafür, dass Pjöngjang auf die jüngsten UN-Sanktionen reagiere.

Es gebe die militärische Option, hatte zuvor bereits der nationale Sicherheitsberater Herbert Raymond McMaster gesagt. Diese Option sei aber nicht die bevorzugte. Außenminister Rex Tillerson bekräftigte in einem CBS-Interview, dass den USA keinesfalls an einem Krieg gelegen sei: "Lasst es uns klarmachen: Wir wollen eine friedliche Lösung."

Bundesaußenminister Sigmar Gabriel sprach sich derweil bei einem China-Besuch für eine "doppelte Strategie aus Druck und Dialog" aus. Die Weltgemeinschaft müsse die beschlossenen Sanktionen "entschlossen und vollständig umsetzen". Er forderte außerdem den "Einstieg in einen politischen Prozess mit Nordkorea, um Fortschritte bei der Denuklearisierung der Halbinsel zu machen".

Außenminister beraten in New York

Am Donnerstag berät der UN-Sicherheitsrat auf Außenministerebene über den Umgang mit Pjöngjang. Aus einem US-Dokument geht hervor, dass dabei besprochen werden soll, "wie der Sicherheitsrat die beschlossenen Resolutionen besser durchsetzen kann, um die Verbreitung der weltweit gefährlichsten Waffen zu verhindern". Das Treffen wird während der Generaldebatte der UN-Vollversammlung in New York stattfinden. US-Präsident Donald Trump will dabei auch mit den Vertretern Japans und Südkoreas über den Konflikt beraten.

Am Samstag telefonierte Trump mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In. Laut Seoul wollen beide den diplomatischen und wirtschaftlichen Druck auf Nordkorea verstärken. Trump schrieb zu dem Gespräch bei Twitter: "Habe ihn gefragt, wie es dem Raketenmann geht. Lange Tank-Schlangen bilden sich in Nordkorea. Schade!"

Machthaber Kim setzt derweil weiter auf militärische Stärke: Sein Ziel einer Atomstreitmacht sei schon fast erreicht, erklärte Kim am Wochenende und warnte die USA davor, einen Militäreinsatz gegen sein Land auch nur zu erwägen. Nordkorea wolle, dass "US-Herrscher es nicht wagen, über militärische Optionen gegen die Demokratische Volksrepublik Korea zu sprechen", zitierte die staatliche Nachrichtenagentur KCNA den Staatschef.

Demnach drohte er, sein "Ziel einer Atomstreitmacht ungeachtet der grenzenlosen Sanktionen und Blockaden" sei schon fast erreicht. Der Raketentest vom Freitag habe die "Schlagkraft" erhöht. Dabei hatte Nordkorea erneut eine Rakete über Japan hinweg in den Pazifik gefeuert, die weiter als jede zuvor von Pjöngjang getestete Rakete flog - nach Angaben des südkoreanischen Verteidigungsministeriums 3700 Kilometer. Mit dem Manöver sollte "die Kriegslüsternheit der USA" eingedämmt werden, wurde Kim zitiert. Ziel sei ein "Gleichgewicht der Kräfte" Nordkoreas und der USA, um der US-Führung die militärische Option zu nehmen.

Quelle: n-tv.de

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