Politik
Panetta wird sein Amt demnächst abgeben.
Panetta wird sein Amt demnächst abgeben.(Foto: REUTERS)

Auszeichnung für Cyberkrieger: USA schaffen neue Kriegsmedaille

Um künftig für den Kriegseinsatz ausgezeichnet zu werden, müssen US-Soldaten nicht mehr an vorderster Front kämpfen. Auch für den Kampf mit Joystick oder Computer können sie einen Orden erhalten. Denn das Pentagon führt eine Ehrenmedaille für Cyberkämpfer ein.

US-Soldaten erhalten ihre Orden künftig nicht nur für tapferes Verhalten an vorderster Front, sondern auch für Einsätze vom heimischen Schreibtisch aus. Zu seinem Abschied führte US-Verteidigungsminister Leon Panetta eine Ehrenmedaille für Cyberkämpfer ein. Damit sollen Soldaten künftig für besondere Leistungen im Drohnen- und Computerkrieg ausgezeichnet werden. Es ist die erste neu geschaffene Medaille des US-Militärs für Kampfeinsätze seit 1944.

Er habe in seinen Jahren als CIA-Chef und als Minister erlebt, "wie moderne Techniken wie ferngesteuerte Plattformen und Cyber-Systeme die Art und Weise verändert haben, wie Kriege geführt werden", sagte Panetta in Washington.

Diese modernen Techniken würden es den Soldaten erlauben, "den Feind anzugreifen und den Verlauf der Kämpfe auch aus großer Entfernung zu verändern". Für diese Art der Hightech-Kriegsführung habe es bislang keine eigene Auszeichnung gegeben, sagte der Minister. Deshalb gebe er jetzt die Einführung einer entsprechenden Medaille für "herausragende Kriegsführung" (Distinguished Warfare Medal) bekannt.

Der neue Krieg

Der von Präsident Obama stark ausgeweitete Drohnenkrieg gegen Terroristen ist umstritten. Kritiker monieren vor allem eine nicht ausreichende gesetzliche Legitimierung der Einsätze, besonders wenn es um das gezielte Töten auch von US-Bürgern gehe.

Der 74-jährige Panetta, der in Kürze vom Republikaner Chuck Hagel abgelöst werden soll, erinnerte sich bei seinem Abschied besonders an die Tötung von Terroristenchef Osama bin Laden, den Spezialeinheiten im Mai 2011 in Pakistan aufgespürt hatten. "Es war eine ganz spezielle Operation, und ich glaube, sie hat viel dazu beigetragen, die Sicherheit des Landes zu wahren", sagte Panetta. Der Bin-Laden-Einsatz sei "sehr risikoreich" gewesen. "Wir hatten niemals hundert Prozent Sicherheit, dass sich Bin Laden wirklich dort befand."

Panetta war bis April 2011 CIA-Chef, dann wechselte er an die Spitze des Pentagon. Als Pensionär will er sich nach Kalifornien zurückziehen.

Quelle: n-tv.de

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