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Die Spannungen im Südchinesischen Meer nehmen weiter zu. Die USA entsenden ein Kriegsschiff.
Die Spannungen im Südchinesischen Meer nehmen weiter zu. Die USA entsenden ein Kriegsschiff.(Foto: REUTERS)

Spannungen im Südchinesischen Meer: USA schicken Zerstörer "USS Lassen"

Der Territorialstreit um die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer ist hochbrisant: Sie werden von mehreren Ländern beansprucht, doch China schafft bereits Fakten. Nun wollen die USA ein Kriegsschiff in die Gewässer entsenden.

Die USA entsenden ein Kriegsschiff in die Region mehrerer künstlicher Inseln, die China derzeit im Südchinesischen Meer aufschüttet. Der Raketen-Zerstörer "USS Lassen" solle in rund zwölf Seemeilen Entfernung zu den Landmassen im Gebiet der Spratly-Inseln kreuzen, sagte ein US-Regierungsvertreter. Das Schiff soll demnach am Dienstag entsendet werden.

China streitet mit Taiwan, Brunei, Malaysia, Vietnam und den Philippinen seit Jahren um die Spratly-Inseln, eine weit verstreute Gruppe kleiner Inseln im Südchinesischen Meer. Peking baut dort mehrere Korallenriffe durch Aufschüttungen zu künstlichen Inseln aus und treibt auf einem der Riffe offenbar sogar den Bau einer Start- und Landebahn voran. Die USA hatten China im Mai mit Blick auf die Aufschüttungen eindringlich zur Zurückhaltung gemahnt.

Mit der bevorstehenden Aktion der US-Marine solle den "exzessiven Souveränitätsansprüchen" Chinas in dem Seegebiet begegnet werden, sagten die US-Gewährsleute. Schon vor geraumer Zeit hatte die Regierung von Präsident Barack Obama angekündigt, vom Recht auf freie Schifffahrt in internationalen Gewässern Gebrauch zu machen, eben auch im Südchinesischen Meer.

Peking warnt Washington

In einer Reaktion erklärte der Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington, Zhu Haiquan, Peking respektiere dieses Recht zwar. Doch sollte dies nicht als Entschuldigung für eine Machtdemonstration und eine Untergrabung der Souveränität und Sicherheit anderer Länder missbraucht werden. Die USA seien aufgerufen, von provokativen Äußerungen und Aktionen Abstand zu nehmen, sagte Zhu.

Peking vertritt die Ansicht, China habe Hoheitsrechte über nahezu das gesamte Südchinesische Meer, einschließlich der Küstengewässer anderer Staaten. Das Meer ist ein strategisch wichtiger Seeweg, über den rund ein Drittel des weltweit gehandelten Rohöls befördert wird.

Quelle: n-tv.de

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