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Irakische Behörden befürchten, dass Mitglieder des IS das radioaktive Material gestohlen haben. (Symbolbild)
Irakische Behörden befürchten, dass Mitglieder des IS das radioaktive Material gestohlen haben. (Symbolbild)(Foto: picture alliance / dpa)

In den Händen des IS?: Unbekannte stehlen radioaktives Material

In einer Erdölfirma im Irak entwenden Unbekannte radioaktives Material. Die Behörden haben einen schrecklichen Verdacht. Wenn sich der bewahrheitet, könnte das für viele Menschen und die Umwelt in einer Katastrophe enden.

Im Irak ist im vergangenen Jahr hochgefährliches radioaktives Material gestohlen worden. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf ihr vorliegende Dokumente des irakischen Umweltministeriums. Insgesamt sollen im November 2015 zehn Gramm von Irdium-192 in der Nähe der Stadt Basra verschwunden sein. Die Behörden befürchten, dass es in die Hände von IS-Mitgliedern gelangt sein könnte, die das Material als Waffe nutzen könnten.

Ein Sprecher der Umweltbehörde sagte, dass er über den Vorfall nicht öffentlich sprechen könne, da es um die nationale Sicherheit gehe. Der Sprecher des Weatherford-Unternehmens, das das Material für die Bereitstellung von Ausrüstung für Erdölförderung verwendete, stand für einen Kommentar nicht zur Verfügung. Auch die Besitzerfirma des Iridiums, SGS Turkey, wollte sich auf Nachfrage dazu nicht äußern. In der Ölindustrie können durch die Gammastrahlung des Materials Produktionsfehler in Pipelines entdeckt werden.

Bedrohung für Gesundheit und Umwelt

Wie gefährlich das Material tatsächlich ist, steht bis jetzt noch nicht fest. Das Risiko, das von dem radioverseuchten Material ausgeht, hängt von der Konzentration und dem Alter ab. Laut den Dokumenten besteht jedoch Gefahr für Gesundheit und Umwelt, ebenso stellt es eine Bedrohung der nationalen Sicherheit dar.

Wer für den Diebstahl verantwortlich ist, ist bisher noch unklar. Ebenso gibt es noch keine Hinweise darauf, dass das Material tatsächlich dem IS in die Hände gefallen ist. Allerdings seien die Diebe sehr gezielt vorgegangen und haben genau gewusst, wo das Material aufbewahrt wird und wie sie es entwenden können, so Reuters.

In Basra arbeiten Armee, Polizei und Geheimdienste rund um die Uhr daran, das Material wieder zu finden, heißt es aus Sicherheitskreisen. Schon kurz nach dem Diebstahl seien Experten alarmiert worden. Ebenso sollen Krankenhäuser angewiesen worden seien, Verbrennungen, die von radioaktivem Material stammen könnten, sofort den Behörden zu melden.

Quelle: n-tv.de

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