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Die Grünen kommen derzeit gut an.
Die Grünen kommen derzeit gut an.(Foto: picture alliance / dpa)

Umfragehoch nach Kandidatenkür: Urwahl macht Grüne beliebter

Die Gewinner der Umfragewoche sind die Grünen. In der neuen Forsa-Sonntagsfrage macht die Partei nach Bekanntgabe des Ergebnisses der Urwahl um die Spitzenkandidaten in der Gunst der Wähler einen Sprung nach vorne. Schlechte Botschaften haben die Meinungsforscher dagegen der Union zu überbringen.

Die Urwahl ihrer Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl macht sich für die Grünen offenbar bezahlt. In der neuen Forsa-Sonntagsfrage für RTL und "Stern", für die Bundesbürger nach Bekanntgabe des Urwahlergebnisses und noch vor dem Parteitag in Hannover befragt worden sind, machen die Grünen einen ordentlichen Satz um 2 Prozentpunkte und liegen nun bei 16 Prozent. Die Ökopartei ist damit so beliebt wie seit Anfang Januar 2012 nicht mehr.

Nett, diese Grünen.
Nett, diese Grünen.(Foto: picture alliance / dpa)

Nachdem von den meisten die Kandidatur von Jürgen Trittin bereits erwartet worden war, dürfte die Welle der Zustimmung vor allem der Kirchenfrau Kathrin Göring-Eckardt gelten. Sie dürfte auch mit dafür verantwortlich zu machen sein, dass die Union in der neuen Umfrage ordentlich Federn lassen muss. Die Merkel-Partei verliert um 3 Punkte und liegt nur noch bei 36 Prozent.

Die Debatte um Schwarz-Grün, hat dabei ihr Übriges getan: Spätestens seit dem Wahlsieg von Fritz Kuhn bei der Oberbürgermeisterwahl in Stuttgart ist in der Union der Streit darüber entbrannt, wie eine Öffnung zum urban-bürgerlichen Milieu gelingen könnte. Doch die bittere Wahrheit lautet, dass diese Wählergruppe bereits zunehmend zu den Grünen abwandert. Laut Forsa hat sich die Zahl derjenigen, die 2009 die Union gewählt haben und heute ihr Kreuz bei den Grünen machen würden, im Vergleich zur Vorwoche verdoppelt. Ganze 5 Prozent der Unionswähler sind das.

Die Verschiebungen bei den Grünen und der Union haben auch zur Folge, dass sich die Mehrheitsverhältnisse zwischen den Lagern verändern. Denn die SPD landet erneut bei 26 Prozent und würde mit den Grünen zusammen 42 Prozent erzielen. Schwarz-Gelb käme auf lediglich 40 Prozent der Stimmen, wobei die FDP mit 4 Prozent erneut nicht im Bundestag vertreten wäre. Bei den übrigen Parteien gibt es wenig Bewegung. Die Linke verharrt bei 8 Prozent, die Piraten schaffen wieder den Sprung auf 5 Prozent - ein Plus um 1 Prozentpunkt.

Zu dem unangenehmen Befund der Sonntagsfrage kommt für die Union ein Verlust bei der Kanzlerpräferenz der Deutschen. Dürften die Wähler den Regierungschef direkt bestimmen, dann würden sich in dieser Woche weniger für Angela Merkel entscheiden als noch in der Vorwoche, jedoch trotzdem noch 50 Prozent. Zuvor hatten jedoch noch 53 Prozent der Befragten angegeben, sich für die CDU-Frau zu entscheiden. Allerdings: SPD-Herausforderer Peer Steinbrück kann von Merkels Schwäche nicht profitieren, er verharrt bei 26 Prozent Zustimmung.

Quelle: n-tv.de

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