Politik
Das Geld sei in die falschen Taschen geflossen, findet Yanis Varoufakis.
Das Geld sei in die falschen Taschen geflossen, findet Yanis Varoufakis.(Foto: AP)

"Botschaft an Steuerzahler": Varoufakis: Deutsche haben zu viel gezahlt

Der neue griechische Finanzminister hat bei seinem Besuch in Berlin eine verblüffende Botschaft an die deutschen Steuerzahler im Gepäck: "Ihr habt uns zu viel Geld gegeben".

Bei seinem Besuch in Berlin hat der neue griechische Finanzminister ein überraschendes Fazit aus der Griechenland-Politik der vergangenen Jahre gezogen. "Meine Botschaft an den deutschen Steuerzahler ist, ihr habt uns zu viel Geld gegeben", sagte Yanis Varoufakis nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Das Geld sei jedoch in die falschen Taschen geflossen und nicht beim griechischen Volk angekommen.

Er sei nach Berlin gekommen, so Varoufakis, um die Wahrheit zu sagen: "Wir müssen aufhören vorzuspielen, dass es in unserem Land business as usual gibt", erklärte der frühere Ökonomieprofessor.

Der deutsche Wirtschaftsminister stimmte seinem Gast zu, dass Griechenland nach Ende Februar ein weiteres Hilfsprogramm brauchen wird. "Ein Programm wird es geben", betonte Gabriel. Der SPD-Chef machte aber auch klar, dass Deutschland nicht bereit sei, für einen anderen Politikansatz in Griechenland zu zahlen. Der SPD-Chef warb um Verständnis dafür, dass die Griechen des Reformierens und Sparens müde seien. Gegen die Einschnitte der letzten Jahre sei die Agenda 2010 ein laues Sommerlüftchen gewesen. Für Gabriel gehört Athen ungeachtet aller Probleme fest zur Eurozone.

Vor seinem Treffen mit dem SPD-Politiker war der griechische Finanzminister mit seinem deutschen Amtskollegen Wolfgang Schäuble zusammengekommen. Im Finanzministerium hatte Varoufakis ein Übergangsprogramm bis Ende Mai gefordert, um "ein bisschen Luft zum Atmen zu bekommen". Das laufende Hilfsprogramm für das Euro-Sorgenland endet offiziell am 28. Februar.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen