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In Brüssel werden verstärkt Personen kontrolliert.
In Brüssel werden verstärkt Personen kontrolliert.(Foto: imago/Belga)

Brüsseler "Kamikaze Riders": Verdächtige waren im gleichen Motorradclub

Über die in Belgien verhafteten Terrorverdächtigen werden immer mehr Details bekannt. Belgischen Medien zufolge haben sie schon früher in einschlägigen Kreisen verkehrt.

Die beiden in Belgien verhafteten Terrorverdächtigen sind nach Medienberichten Mitglieder eines Motorrad-Clubs. Beide kamen aus dem Brüsseler Stadtteil Anderlecht, wie der Sender RTBF berichtete. Einer der beiden Männer sei den Sicherheitskräften bereits bekannt gewesen. Bei einem von ihnen wurde laut RTBF Propagandamaterial der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gefunden.

Nach Berichten mehrerer belgischer Medien handelt es sich bei dem Motorrad-Club um die Brüsseler "Kamikaze Riders". Auf seiner Facebook-Seite mischt der Club Motorrad-Fotos und Videos mit antiisraelischer Polemik. In einem Post wird Israels Premierminister Benjamin Netanjahu mit Adolf Hitler verglichen.

Die beiden Männer waren am Dienstag nach mehreren Hausdurchsuchungen festgenommen worden. Einen Zusammenhang zu den Pariser Terroranschlägen vom November mit 130 Todesopfern gibt es nicht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Einer der beiden Festgenommenen gilt als Drahtzieher einer Terrorgruppe. Er soll sich um die Anwerbung neuer Mitglieder zur Begehung terroristischer Taten gekümmert haben. Die zweite Person wird laut Staatsanwaltschaft als Täter oder Mittäter einer Terrorgruppe eingestuft. Vier weitere Festgenommene wurden wieder freigelassen.

Mehr Bewaffnete im Einsatz

Die Durchsuchungen und Festnahmen fanden bereits am Sonntag und Montag in Brüssel, der Region Flämisch-Brabant um die belgische Hauptstadt und in der Region Lüttich im Osten des Landes statt. Bei den Hausdurchsuchungen wurden neben dem IS-Propagandamaterial auch Militärkleidung sowie Material zur Datenverarbeitung sichergestellt. Waffen oder Sprengstoff seien nicht gefunden worden.

Die Polizei in der belgischen Hauptstadt verschärfte ihre Sicherheitsvorkehrungen. Vor den Kommissariaten sollen Bewaffnete stehen, wie der Polizeichef der westlichen Brüsseler Stadtteile, Johan De Becker, dem Sender RTBF sagte. Zudem sollen die Beamten etwa nicht mehr allein auf Streife gehen, sondern in Teams von zwei Personen, von denen mindestens eine bewaffnet sein muss. Brüssels Bürgermeister Yvan Mayeur will am Mittwochabend entscheiden, ob das große Silvesterfeuerwerk der Stadt stattfinden wird.

Quelle: n-tv.de

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