Politik

Terroranschlag auf die "Wiesn": War Verfassungsschutz involviert?

Im Fall des Terroranschlags auf das Oktoberfest vor 30 Jahren sind brisante Dokumente aufgetaucht, heißt es in Medienberichten. Demnach wird ein Einzeltäter immer unwahrscheinlicher. Zudem könnte der Hauptzeuge im folgenden Prozess ein Mitarbeiter des Verfassungschutzes und aktiver Rechtsextremist gewesen sein. Immer mehr Stimmen fordern eine Wiederaufnahme der Ermittlungen.

Entsetzen vor 30 Jahren: Nach dem Anschlag auf das Oktoberfest 1980.
Entsetzen vor 30 Jahren: Nach dem Anschlag auf das Oktoberfest 1980.(Foto: picture alliance / dpa)

Knapp eine Woche vor dem Start des Münchner Oktoberfestes fordern Politiker und Juristen zum wiederholten Mal neue Ermittlungen zum Bombenanschlag auf die "Wiesn" vor 30 Jahren. Nach einem Bericht des "Spiegel" könnten bisher unbekannte Dokumente ein neues Licht auf die Hintergründe des Attentats werfen, das 13 Menschen in den Tod riss und mehr als 200 Menschen verletzte. Der Anschlag vom 26. September 1980 gilt als einer der schlimmsten Terrorakte in der deutschen Nachkriegsgeschichte.

Wie das Magazin schreibt, gebe es in Papieren aus einem Nachlass aus Süddeutschland Hinweise, dass es sich bei einem Hauptzeugen des Attentats um einen möglichen Spitzel des Verfassungsschutzes und aktiven Rechtsextremisten gehandelt haben könnte. Damit gibt es neue Nahrung für Spekulationen, der Täter könnte nicht allein für den Anschlag verantwortlich sein. Seit Jahren gibt es Zweifel, ob der rechtsradikale Bombenleger Gundolf Köhler tatsächlich ein Einzeltäter war. Der Student war bei dem Attentat ums Leben gekommen. Mehrere Zeugen hatten allerdings ausgesagt, sie hätten mögliche Mittäter gesehen.

13 Tote, mehr als 200 Verletzte

"Ich lasse nicht locker, bis das Ermittlungsverfahren wieder aufgenommen wird", sagte der SPD-Bundestagsabgeordnete und Rechtsexperte Peter Danckert. In den vergangenen Jahren hatte es bereits Forderungen nach neuen Ermittlungen gegeben. Auch der Münchner Anwalt Werner Dietrich will das Verfahren im Auftrag von Opfern wieder aufleben lassen - bisher aber vergeblich.

Der in einem Papierkorb versteckte Sprengsatz war am 26. September 1980 explodiert. 13 Menschen kamen um. Von den mehr als 200 Verletzten leiden viele noch immer an den Folgen des Anschlags. Das Motiv Köhlers ist auch 30 Jahre nach der Explosion unklar.

Am 18. September startet in München das Oktoberfest 2010. Auf der Jubiläums-"Wiesn" zum 200. Geburtstag des Volksfestes herrschen strengste Sicherheitsvorkehrungen. Rund 300 Polizeibeamte sorgen für Sicherheit, stichprobenartig werden an den Eingängen Taschen kontrolliert, Betonpoller schützen die Zufahrten.

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Quelle: n-tv.de

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