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Die AfD-Parteispitze: Bernd Lucke und Alexander Gauland (v.l.).
Die AfD-Parteispitze: Bernd Lucke und Alexander Gauland (v.l.).(Foto: picture alliance / dpa)

Parteisprecher: Kein Kontakt!: Was läuft da zwischen AfD und Putin?

Russlands Präsident Putin unterhält rege Kontakte zu rechten Parteien in ganz Europa. Das ist bekannt. Angeblich bemüht sich der Kreml auch um die AfD. Die Partei widerspricht.

Wie moskaunah ist die AfD? Sind die Rechtskonservativen der verlängerte Arm von Russlands Präsident Wladimir Putin? Die Partei weist solche Spekulationen entschieden zurück. "Es existieren keinerlei Kontakte zu politischen Parteien, Organisationen oder Kreditinstituten in Russland und wir haben auch nicht die Absicht, solche Kontakte zu knüpfen", sagte AfD-Sprecher Christian Lüth.

Vorangegangen war ein Artikel der "Bild"-Zeitung. Diese hatte unter Berufung auf Geheimdienst- und Kreml-Kreise berichtet, die russische Regierung werbe offensiv um die Gunst der AfD. Der Kreml versuche seine Kontakte zu rechten Parteien zu intensivieren, um so Einfluss in verschiedenen europäischen Ländern nehmen zu können und Abhängigkeiten zu schaffen.

Die AfD würde durchaus in Putins Beuteschema passen. Bei dem umstrittenen Referendum auf der Krim setzte Moskau im März auf Wahlbeobachter vom französischen Front National, der belgischen Vlaams Belang, der ungarischen Jobbik, die italienische Lega Nord und der österreichischen FPÖ - und damit teilweise extreme europäische Rechtsparteien.

Anderslautende Meldungen sind falsch

Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, will Russland auch bei den Goldgeschäften der AfD mitmischen, also Gold kaufen oder der Partei günstig Gold verkaufen. Auch dies wies AfD-Sprecher Lüth zurück. "Absichten von russischer Seite, auf die AfD in irgendeiner Form Einfluss auszuüben oder Darlehen anzubieten, sind uns nicht bekannt. Wir würden auch kein Darlehen aus dem Ausland annehmen. In unserem Goldshop haben wir keine geschäftliche Beziehung mit Russland. Anderslautende Meldungen sind falsch."

Also alles heiße Luft? Nicht ganz. Bernd Lucke und Hans-Olaf Henkel stimmten zwar im EU-Parlament für Russland-Sanktionen. Dabei hatten sich die AfD-Mitglieder auf ihrem Parteitag im März auf einen russlandfreundlichen Kurs festgelegt. Vor allem Parteivize Alexander Gauland scheut nicht die Nähe zu Russland. Im September besuchte er den russischen Botschafter in Berlin. Am vergangenen Wochenende war er neben mehreren Spitzenfunktionären der NPD zu Gast auf einer Russland-Konferenz. Organisator war Jürgen Elsässer, ein rechter Verschwörungstheoretiker, der zuletzt mehrfach seine Sympathien für Hogesa äußerte.

Vor ein paar Wochen hatte Gauland bereits verteidigt, dass AfD-Bezirksverbände aus NRW eben diesen Elsässer zu einer Parteiveranstaltung eingeladen hatten. "Ich kann nicht tolerieren, wenn er jetzt zu Demonstrationen mit Hooligans aufruft", sagte Gauland, der dann jedoch noch darauf hinwies, dass er mit dessen Positionen bis zu einem gewissen Grade sogar ganz gut leben könne.

Quelle: n-tv.de

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