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Flüchtlinge am mazedonischen Grenzzaun in der Nähe von Idomeni
Flüchtlinge am mazedonischen Grenzzaun in der Nähe von Idomeni(Foto: AP)

Türkei-Abkommen: Was wird aus den Flüchtlingen in Idomeni?

Das Abkommen mit der Türkei soll den Flüchtlingszuzug in geregelte Bahnen lenken. Nur: Zehntausende Flüchtlinge, die sich bereits in Europa aufhalten, sind davon nicht betroffen. Helfen soll ausgerechnet eine Regelung, die bisher kaum funktioniert hat.

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Seit Sonntag gilt's, seitdem ist das Abkommen zwischen EU und Türkei in Kraft. Der Plan soll Ordnung bringen, soll den künftigen Flüchtlingszuzug in Richtung Europa steuern und illegale Einwanderung und das Geschäft der Schlepperbanden begrenzen.

Die 45.000 Flüchtlinge, die sich in den vergangenen Wochen in Griechenland aufgestaut haben und an der mazedonischen Grenze vergeblich darauf warten, nach Nordeuropa weiterzuziehen, sind jedoch nicht Teil dieser Lösung. Was wird aus ihnen?

Die Flüchtlinge, die in Griechenland festsitzen, fallen nicht unter die neue Regelung mit der Türkei. "Sie sind Teil der alten Umverteilungsregelung der 160.000 Flüchtlinge", sagt ein Sprecher der Kommission n-tv.de. Die Rede ist von jenem Kontingent, auf das sich die Mitgliedsstaaten bereits im vergangenen Jahr geeinigt hatten, von denen aber erst 1000 Flüchtlinge verteilt sind. Eine magere Bilanz.

Das soll sich nun jedoch ändern. Beim EU-Gipfel bekannten sich die Mitgliedsstaaten einstimmig zu der alten Abmachung. Bis Mitte Mai sollen 20.000 Flüchtlinge verteilt sein, also 6000 pro Monat. Dadurch soll vor allem die Lage in Griechenland beruhigt werden. Die EU-Kommission stellt weitere 30 Millionen Euro zur Unterstützung der griechischen Armee bereit.

Besonders beeilen will sich die EU in den kommenden Wochen, um die Situation in Idomeni zu lösen. In dem kleinen griechischen Grenzort ist die Lage seit Wochen dramatisch. Mehr als 12.000 Flüchtlinge warten dort an der verriegelten Grenze zu Mazedonien vergeblich auf eine Möglichkeit, nach Nordeuropa zu kommen. Die Menschen sollen zurück nach Athen gebracht und auf reguläre Unterkünfte im Land verteilt werden. "Die Busse stehen bereit", sagt der Sprecher der EU-Kommission.

Wie gut die Umverteilung gelingt, wird am Ende jedoch erneut davon abhängen, wie schnell die EU-Staaten Flüchtlinge aufnehmen. Dadurch, dass die Hotspots nun einwandfrei funktionierten, wie es in Brüssel heißt, erhofft man sich auch eine größere Bereitschaft, Flüchtlinge aufzunehmen.

Quelle: n-tv.de

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