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Montag, 04. Juli 2016

IS-Anschlag in Bagdad: Zahl der Toten steigt auf mehr als 200

Es ist der bisher tödlichste Anschlag im Irak in diesem Jahr: Ein mit Sprengstoff beladener Lieferwagen explodiert in einem Einkaufsviertel der irakischen Hauptstadt. Der IS bejubelt über 200 Tote.

Nach dem Selbstmordanschlag in einem Einkaufsviertel von Bagdad ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 213 gestiegen. Das erklärten Behördenvertreter in der irakischen Hauptstadt einen Tag nach der Tat, zu der sich die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) bekannt hat.

Ein Selbstmordattentäter hatte sich in der Nacht zum Sonntag mit einem mit Sprengstoff beladenen Auto inmitten einkaufender Menschen in die Luft gesprengt. In dem Viertel im Zentrum der Stadt erledigten viele Bewohner vor dem Fest zum Ende des Fastenmonats Ramadan ihre Einkäufe.

Die Bombe explodierte nach Angaben eines Sprechers vom Innenministerium in der Nähe eines Restaurants. Mehrere umliegende Geschäfte seien in Flammen aufgegangen. Es ist der bislang blutigste Anschlag in Bagdad in diesem Jahr. Ein weiterer Sprengsatz detonierte auf einem Markt im Schiiten-Viertel Al-Shaab im Norden der irakischen Hauptstadt. Dort wurden Polizeikreisen zufolge mindestens zwei Menschen getötet.

Schläferzellen im ganzen Land

Der IS versuche, die demütigende Niederlage in Falludscha mit weiteren Anschlägen zu vergelten, sagte ein ehemaliger Armee-Offizier in Bagdad. Die Annahme der Regierung, die Attentate seien bislang nur aus einer Gegend gesteuert gewesen, sei ein Fehler. Es gebe Schläferzellen im Land, die ganz unabhängig voneinander agierten.

Nach der Einnahme von Falludscha bringt sich die irakische Armee für den Sturm auf die IS-Hochburg Mossul in Stellung. Mossul ist die größte von den Extremisten kontrollierte Stadt und gilt als faktische Hauptstadt des IS im Irak.

Quelle: n-tv.de

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