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Beate Zschäpe vor Gericht: Fragen beantwortet die mutmaßliche Rechtsterroristin nur schriftlich.
Beate Zschäpe vor Gericht: Fragen beantwortet die mutmaßliche Rechtsterroristin nur schriftlich.(Foto: dpa)

"Streit mit Schlägen beendet": Zschäpe inszeniert sich als Prügelopfer

Vor Gericht gibt Beate Zschäpe neue Einblicke in das Zusammenleben mit Uwe Böhnhardt: Die mutmaßliche Rechtsterroristin sagt aus, dass sie von ihm geschlagen wurde - immer dann, wenn "ihm verbal die Argumente ausgingen".

Die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe hat im NSU-Prozess erneut Fragen des Gerichts beantwortet. Die Fragen hatte der Vorsitzende Richter Manfred Götzl bereits Anfang Februar gestellt. In ihrer schriftlichen Aussage berichtete die Angeklagte, dass sie mehrfach von ihrem mutmaßlichen NSU-Komplizen Uwe Böhnhardt geschlagen wurde. Das sei vor allem in der Anfangszeit des Untergrundlebens nach 1998 passiert, "wenn ihm verbal die Argumente ausgingen", so Zschäpe.

Als Beispiel nannte sie Streit darüber, dass eine Waffe offen in der Wohnung herumgelegen habe. Sie habe das nicht gewollt - und Böhnhardt habe den "Streit mit Schlägen beendet". Zschäpe enthüllte erstmals auch Einzelheiten über den Kontakt zu ihrem mitangeklagten mutmaßlichen Helfer André E. und dessen Ehefrau. Das Paar habe über die Banküberfälle Bescheid gewusst, die Böhnhardt mit dem NSU-Komplizen Uwe Mundlos verübt haben soll. Von den Morden und Sprengstoffanschlägen soll das Ehepaar dagegen nichts gewusst haben.

Am Vormittag hatte das Gericht zunächst mehrere Polizisten vernommen. Unter ihnen war auch ein sächsischer Beamter, der wenige Tage nach dem Auffliegen des NSU die Mordwaffe vom Typ "Ceska" in der zerstörten Fluchtwohnung des Trios in Zwickau fand. Mit der "Ceska" sollen Mundlos und Böhnhardt neun der zehn Mordopfer erschossen haben. Die Bundesanwaltschaft ist davon überzeugt, dass das Motiv Fremdenhass war.

Zschäpe ist die einzige Überlebende des NSU-Trios. Sie ist wegen Mittäterschaft bei allen Verbrechen der Gruppe angeklagt, darunter zehn überwiegend rassistisch motivierte Morde.

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Quelle: n-tv.de

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