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Zschäpe sitzt seit einem knappen Jahr in U-Haft.
Zschäpe sitzt seit einem knappen Jahr in U-Haft.(Foto: picture alliance / dpa)

Zehn Morde, 15 Raubüberfälle: Zschäpe und vier Helfer angeklagt

Für die Morde des "Nationalsozialistischen Untergrunds" beginnt die juristische Aufarbeitung. Die Bundesanwaltschaft erhebt Anklage gegen Beate Zschäpe und ihre Komplizen. Der Fall soll in München vor dem Staatsschutzsenat verhandelt werden. Die Anklagepunkte wiegen schwer.

Range stellt in Karlsruhe die Anklagepunkte vor.
Range stellt in Karlsruhe die Anklagepunkte vor.(Foto: dpa)

Wegen der Neonazi-Mordserie sollen sich neben Beate Zschäpe vier weitere Angeklagte vor Gericht verantworten. Dies teilte Generalbundesanwalt Harald Range in Karlsruhe nach der Anklageerhebung wegen der Verbrechen der Terrorzelle Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) mit. Zschäpe soll sich unter anderem als Mittäterin bei zehn Morden und 15 bewaffneten Raubüberfällen verantworten, zwei der vier Mitangeklagten wegen Beihilfe zum Mord.

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Weitere Anklagepunkte gegen Zschäpe sind den Angaben zufolge schwere Brandstiftung und Mordversuch. Zu den vier ebenfalls angeklagten mutmaßlichen NSU-Unterstützern gehört laut Range der Ex-NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Er soll sich wie auch der Mitangeklagte Carsten S. wegen Beihilfe zum Mord verantworten. Ebenfalls angeklagt wurde der mutmaßliche NSU-Unterstützer Andre E., der Beihilfe zu einem in Köln geleistet haben soll. Dem fünften Angeklagten Holger G. wird Unterstützung des NSU in drei Fällen zur Last gelegt.

Anklage: "Einheitliches Tötungskommando"

Der Prozess um die NSU-Verbrechen soll vor dem Staatsschutzsenat des Münchner Oberlandesgerichts stattfinden. Die Anklageschrift umfasst laut Range 500 Seiten. Der Generalbundesanwalt sagte, Zschäpe und die toten NSU-Mitglieder Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt seien in der Terrorzelle gleichberechtigt gewesen. Es habe sich um ein "einheitliches Tötungskommando" gehandelt. Es gebe keine Belege für Verflechtungen des NSU mit anderen Gruppierungen. Nach Angaben Ranges wird gegen acht weitere Beschuldigte ermittelt. Diese Ermittlungen dauerten an, sagte der Generalbundesanwalt.

Zschäpe war 1998 gemeinsam mit Mundlos und Böhnhardt untergetaucht, nachdem die Polizei eine Bombenwerkstatt der Neonazis entdeckt hatte. Fast 14 Jahre lang konnte sich die Gruppe im Untergrund halten. Ihren Lebensunterhalt finanzierten die drei unter anderem mit zahlreichen Banküberfällen. Zuletzt lebten sie in einer gemeinsamen Wohnung in Zwickau. Als Mundlos und Böhnhardt sich töteten, um nach einem Banküberfall der Festnahme zu entgehen, zündete Zschäpe die Wohnung an. Am 8. November 2011 stellte sie sich der Polizei.

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Quelle: n-tv.de

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