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Die Sicherheitskräfte zeigen in Brüssel Präsenz.
Die Sicherheitskräfte zeigen in Brüssel Präsenz.(Foto: dpa)

Mehrere Razzien in Belgien: Zweiter Metro-Attentäter festgenommen?

Einem Zeitungsbericht zufolge hat die Brüsseler Polizei den mutmaßlichen zweiten Attentäter des Anschlags auf die Metro gefasst. Die Staatsanwaltschaft bestätigt dies nicht. Derweil werden bei Razzien sieben Personen festgenommen.

Die belgische Polizei hat einem Zeitungsbericht zufolge den mutmaßlichen zweiten Attentäter des Anschlags auf die Brüsseler Metro festgenommen. Ein Polizist habe den Mann, der auf Überwachungskameras zu sehen sein soll, wiedererkannt, berichtete die Zeitung "De Standaard". Die Staatsanwaltschaft bestätigte die Festnahme nicht.

Die Aufnahmen zeigen offenbar den Mann neben Khalid El Bakraoui, der den Selbstmordanschlag auf die Metro verübt haben soll. El Bakraouis Bruder Ibrahim hat sich den Ermittlungen zufolge am Brüsseler Flughafen in die Luft gesprengt. Bei den Anschlägen am Dienstag kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, mehr als 300 wurden verletzt.

Derweil hat die belgische Polizei hat den Fahndungsaufruf nach dem der mutmaßlichen Terroristen Najim Laachraoui von ihrer Webseite genommen. Der 24-Jährige soll nach Medienberichten einer der beiden Selbstmordattentäter vom Flughafen sein. Die Staatsanwaltschaft hat dies noch nicht offiziell bestätigt. Dass Laachraoui nicht mehr zur Fahndung ausgeschrieben ist, könnte ein Hinweis darauf sein, dass die Ermittler ihn für tot halten.

Laut Radiosender RTBF hat die Polizei am Morgen einen weiteren Verdächtigen festgenommen. Die Razzia sei am Morgen in der Gemeinde Forest abgeschlossen worden, berichtete der Sender. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es zunächst nicht.

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In Forest war der 35-jährige Algerier Mohamed Belkaid in der vergangenen Woche bei einer Polizeiaktion erschossen worden. Von dort aus waren die Polizisten auch auf die Spur des inzwischen inhaftierten Terrorverdächtigen Salah Abdeslam gekommen - er soll an den Pariser Anschlägen vom vergangenen November beteiligt gewesen sein.

Festnahmen bei nächtlichen Razzien

Ermittler hatten bereits in der Nacht bei Razzien in Brüssel sechs Verdächtige festgenommen. Laut Staatsanwaltschaft soll im Laufe des Freitags entschieden werden, ob gegen die Verdächtigen Haftbefehl erlassen wird. Über die Identität der Festgenommenen wurde zunächst nichts bekannt.

In der belgischen Hauptstadt mehrten sich hingegen die Belege für enge Verbindungen zwischen den Attentätern von Paris und Brüssel. Die belgischen Ermittler hätten bereits im Dezember einen internationalen Haftbefehl zur Fahndung nach Khalid El Bakraoui ausgestellt, der den Selbstmordanschlag in der Brüsseler Metro verübt haben soll, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der 27-Jährige stehe im Verdacht, unter falschem Namen eine Wohnung in Charleroi für die Attentäter von Paris gemietet zu haben. Die Extremistenmiliz IS, die sich zu beiden Anschlägen bekannt hat, rief ihre Anhänger erneut zum Krieg gegen "Ungläubige" auf.

Die sechs Verdächtigen in Brüssel seien in den Vierteln Schaerbeek, Jette sowie im Stadtzentrum gestellt worden, erklärte die Staatsanwaltschaft. In Schaerbeek befand sich Ermittlern zufolge auch die Wohnung, in der zumindest ein Teil der Sprengsätze der Anschläge vom Dienstag gebaut wurde, bei denen auch 270 Menschen verletzt wurden.

Die Attentäter von Brüssel erwogen einem Zeitungsbericht zufolge eigentlich einen Anschlag auf eine belgische Atomanlage. Sie hätten sich aber womöglich umentschieden, nachdem vergangene Woche mehrere mutmaßliche Islamisten, darunter Abdeslam, festgenommen wurden, berichtete das Blatt "DH".

Quelle: n-tv.de

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