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Im Machtbereich des Terrors: n-tv zeigt Interview mit IS-Kämpfer

Junge Männer verlassen ihre Heimat und schließen sich im Irak den Terroristen des IS an. Ende 2014 gelingt es dem Publizisten Jürgen Todenhöfer einen von ihnen zu interviewen. Ein erschreckendes und wichtiges Dokument - zu sehen auf n-tv.

"Nie zuvor hat ein deutscher Konvertit so offen mit einem Journalisten gesprochen und dabei mit einer so zynischen Gelassenheit die finstere und todbringende Gedankenwelt des 'Islamischen Staates' preisgegeben." Das sagte Christian Berger, Redaktionsleiter "RTL Nachtjournal" über ein Interview, das der deutsche Publizist Jürgen Todenhöfer mit einem deutschen IS-Kämpfer im Irak führte. Darin spricht der 30-jährige Christian Emde, der einst der Solinger Islamisten-Szene angehörte, über seine Motivation, die ihn zum Terroristen machte. RTL ordnet diese Aussagen ein und gibt den Zuschauern unmittelbare Einblicke in die Ideologie des Islamischen Staates, der die Welt derzeit in Atem hält.

Jürgen Todenhöfer (l.) im Gespräch mit dem deutschen Islamisten Christian Emde (r.).
Jürgen Todenhöfer (l.) im Gespräch mit dem deutschen Islamisten Christian Emde (r.).(Foto: RTL)

Todenhöfer stand vor einer schwierigen Herausforderung, als er sich im Dezember 2014 gemeinsam mit seinem Sohn Frederic im Machtbereich des Islamischen Staates in Syrien und dem Irak aufhielt. Monatelang hatte er sich um Sicherheitsgarantien bemüht, sie bekommen und dann die gefährliche Reise unter konspirativen Umständen gewagt. In der irakischen Stadt Mossul, die unter Kontrolle des IS steht, konnte Todenhöfer den deutschen IS-Kämpfer Christian Emde treffen.

Von der "baldigen Eroberung Europas"

"RTL Nachtjournal Spezial"

Jürgen Todenhöfers Interview mit einem deutschen IS-Kämpfer im Irak wird auf n-tv am Donnerstag um 14.30 Uhr sowie am Samstag im laufenden Programm wiederholt. Der Titel: "Wer uns nicht anerkennt, den werden wir töten."

Emde ist ein islamischer Extremist aus dem Umfeld der berüchtigten und mittlerweile geschlossenen Millatu Ibrahim Moschee in Solingen. Er war 2011 in London festgenommen worden, nachdem sich in seinem Besitz Bombenbauanleitungen gefunden hatten. Ein britisches Gericht hatte ihn zu 16 Monaten Haft verurteilt und anschließend nach Deutschland abgeschoben. Nach seiner Haftstrafe tauchte er unter und später in Syrien als IS-Kämpfer wieder auf. "Das ist ein Überzeugungstäter, der glaubt, eine historische Mission zu erfüllen", so Jürgen Todenhöfer über Christian Emde. Und weiter: "Der Islamische Staat, wie er sich nennt, ist viel stärker, viel gefährlicher, viel cleverer, als unsere westlichen Politiker meinen."

In dem Interview droht Emde Deutschland mit Anschlägen, weil es den Islam bekämpfe. Der 30-Jährige kündigt eine "baldige Eroberung Europas" durch den "Islamischen Staat" an. Christen und Juden bleibe dann nur die Wahl, zu konvertieren, ein Schutzgeld zu bezahlen oder durch das Schwert umzukommen. Weiter rief der deutsche Islamist zu religiösen Säuberungen unvorstellbaren Ausmaßes auf.

"Dieses Interview Jürgen Todenhöfers mit dem deutschen IS-Kämpfer ist ein ebenso erschreckendes wie wichtiges Dokument der ganzen Entschlossenheit und Gefährlichkeit der Dschihadistenmiliz", sagte Redaktionsleiter Berger. Todenhöfer sei es gelungen, die Öffentlichkeit über Motive und Hintergründe des deutschen Terroristen zu informieren, ohne ihm eine Plattform zu bieten, seine Ansichten und Thesen unkommentiert zu verbreiten.

Quelle: n-tv.de

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