Reise
Schloss Egeskov ist eine beliebte Attraktion: Schlosspark und Ausstellungen ziehen auch die Einheimischen an.
Schloss Egeskov ist eine beliebte Attraktion: Schlosspark und Ausstellungen ziehen auch die Einheimischen an.

Urlaub in Dänemark: Fünen - von Bridgewalking bis Andersen

Von Sonja Gurris, Odense

Urlaub auf einer dänischen Insel klingt nach Ferienhaus-Romantik. Dass Touristen mehr erleben können, zeigt Fünen: Spannende Brücken-Klettereien, kindergerechte Museen und die vielen Ausflugsziele machen Fünen für Familien interessant. Ein Überblick.

Rund zwei Autostunden von Flensburg entfernt liegt die dänische Insel Fünen. Für Sportler ist es ein Ort zum Kitesurfen, Segeln oder Radfahren. Bei steifer Brise müssen sich vor allem die Radfahrer unter den Feriengästen gut rüsten. Draußen aktiv sein - das ist nicht nur total in, sondern ist auch für Familien im Sommerurlaub wichtig. Freizeitangebote hat die grüne Insel, die auch als "Gemüsegarten Dänemarks" bezeichnet wird, viele. Sie reichen von Mutproben bis zu besonderen Schlossführungen und kindergerechten Museen. 

Tipp 1: Spannungeladenes Bridgewalking

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Wer auf Fünen Langeweile verspürt, der sollte mit seinen Kindern (ab 12 Jahren) nach Lillebælt fahren. Beim Bridgewalking auf einer alten Brücke in 60 Metern Höhe ist auch etwas Mut gefragt. Unten bekommt man einen grauen Anzug, der nicht schmückt, aber praktisch sein soll. Nach ein paar Sicherheitseinweisungen geht es dann los auf die alte Brücke, eine Stahlkonstruktion aus Essen - Made in Germany bei Thyssenkrupp. Nach drei Minuten Aufstieg sagt der Tourguide, "Jetzt sind wir am Point of no Return". Entweder hakt man sich wieder aus der Seilsicherung aus und geht zurück oder man bleibt und wandelt auf der Brücke - ein einzigartiger Blick ist die Belohnung für den eigenen Mut.

Nervenkitzel beim Bridgewalking.
Nervenkitzel beim Bridgewalking.

Es ruckelt gewaltig, wenn Autos und Züge gleichzeitig auf der Brücke fahren, während darüber die Gruppe samt Tourguide am Rande der Brückenbrüstung auf einem engen Steg umhergeht. Manch einem wird dabei etwas mulmig. Im Frühjahr zieht der Wind, trotz Sonne ist es ziemlich kalt. Das Ganze kostet etwa 36 Euro für Erwachsene. Der Nervenkitzel ist programmiert. Auch Teenager können sich für diesen Adrenalinkick begeistern. Wem das zu viel Kick ist, der kann sich mit kleinen Kindern anderen Aktivitäten widmen.

Altstadt von Odense. Hier gegenüber lebte Hans Christian Andersen.
Altstadt von Odense. Hier gegenüber lebte Hans Christian Andersen.(Foto: Sonja Gurris)

Die 470.000-Einwohner-Insel Fünen wirbt stark um die Familien. Sie ist vielen Deutschen nicht sonderlich bekannt, doch ein Insulaner hat sogar den Rang eines Superstars: der Märchen-Schriftsteller Hans-Christian Andersen. Und der ist auf Fünen allgegenwärtig: Sein Name zieht bis heute jährlich 10.000 chinesische Touristen auf die Insel. Seine Bücher wurden in mehr als 150 Sprachen übersetzt - ein Faktor, von dem die dänische Insel stark profitiert. Das wird vor allem in Odense deutlich. Gerade für die jüngeren Besucher bietet die größte Stadt der Insel eine regensichere Attraktion:

Tipp 2: Kinderkulturhaus Fyrtojet "Feuerzeug, Odense

Im "Feuerzeug", dem Kinderkulturhaus rund um die Märchen von Hans-Christian Andersen, ist an diesem Nachmittag viel los. Ein kleiner Junge, verkleidet als Zinnsoldat, läuft durch die märchenhaften Kulissen - es ist ein lebendiges Museum, in dem das Märchen "Der standhafte Zinnsoldat" thematisiert wird. Alle Kulissen können Kinder und Eltern anfassen, selbst das Essen auf dem Tisch ist aus Holz und eignet sich für Kinder zum Spielen.

Eis von der Insel: Eine kreative Idee, die es bis ins Flugzeug geschafft hat.
Eis von der Insel: Eine kreative Idee, die es bis ins Flugzeug geschafft hat.(Foto: Sonja Gurris)

Hier tauchen die Kinder ein in Andersens Welt, vor allem die Kostüme scheinen die Kinder zu begeistern. Nicht nur dänische oder deutsche Familien spielen hier, auch eine italienische Familie ist zu Besuch - und vertreibt sich bei Regenwetter die Zeit im "Feuerzeug". Die Kinderkostüme sind allesamt handgefertigt, großer Andrang ist kein Problem: Von den kleinen Kinder-Krönchen gibt es ein ganzes Regal voll. 

Tipp 3: Ein Ausflug zur Eis-Insel Skarø

Das Wetter ist gut? Dann lohnt sich auf jeden Fall ein Ausflug mit der Fähre von Svendborg nach Skarø. Auf der kleinen Insel leben nur 27 Einwohner, doch sie ist eine kleine dänische Berühmtheit. Das Eis, das auf der Insel vom Ehepaar Britta Tarp und Martin Jørgensen hergestellt wird, "Skarø IS", fliegt mit "Singapore Airlines" von Kopenhagen bis nach Singapur. Das Eis der dänischen Dorfbewohner hat die Fluggesellschaft auf einer Messe überzeugt - und prompt musste das Paar seine kleine Eisfabrik ausbauen. In ihrem Café verkaufen sie ihre vielen Eissorten von Schokolade bis Johannisbeere, alles selbst gemacht.

Im Schlosspark von Egeskov sieht man typisch fünische Häuser im alten Stil.
Im Schlosspark von Egeskov sieht man typisch fünische Häuser im alten Stil.(Foto: Sonja Gurris)

Ganz bescheiden ist das Paar, ihre für Skarø typische Gelassenheit bewahren sie sich - in der Ruhe liegt die Kraft und auch die Qualität des Eises. Die Süße des Eises wird aus dem Saft der Birken gewonnen, die auf der kleinen Insel wachsen. Und von der kleinen Eisfabrik aus geht die Süßspeise hinaus in die Welt. Wer sich einmal durch die Eistheke probieren will, sollte die Fähre nehmen und diese ganz besondere Fabrik anschauen - von außen ist sie nämlich ein alter Bauernstall.

Tipp 4: Schloss Egeskov

Ein "lebendiges, bewohntes" Schloss.
Ein "lebendiges, bewohntes" Schloss.(Foto: Sonja Gurris)

Wer an Schlösser denkt, denkt oft an steinalte, langweilige Kästen und zähe Führungen. Doch es geht auch anders. Auf der gesamten Insel gibt es 123 Schlösser. Ein paar sind auch bewohnt, so wie Schloss Egeskov, eine der größten Touristenattraktionen der Insel. Ein Spielplatz, acht Mal so groß wie ein Fußballfeld, ein "lebendiges, bewohntes Schloss" und riesige Oldtimerausstellungen sind Anlaufpunkte für mehrere Generationen. Im Sommer erstrahlt der Garten in seiner ganzen Pracht und hier darf man sogar Picknicken und über den Rasen laufen - ganz im Gegensatz zu vielen andern Schlossgärten in Europa. Hier ist man offener, die Kinder sollen laufen, spielen und herumtoben. 

Tipp 5: Traktorfahren auf der Bisonfarm

Nicht besonders dänisch, dafür aber ein echter Familienausflug ist ein Besuch auf Europas größter Bisonfarm. Niels Henrik Ove ist hier der Chef. In seinem früheren Leben war er mal Buchhalter. Das hat ihn dann aber nicht mehr gereizt: "Nach einer Weltreise kam ich wieder und wollte eine Bisonfarm aufmachen. Dann habe ich das umgesetzt". Weg vom Schreibtisch, rauf auf den Traktor lautet sein Lebensmotto. Mit einem riesigen Traktor geht es mit dem Farmbesitzer auf die Bison-Weide. Auch hier darf man als Besucher nicht scheu sein - die Tiere kommen nah an den Wagen, die hellbraunen Kälber sind noch klein. Es ist ein Anblick, wie man ihn nur selten bekommt. Und es ist ein Familienerlebnis, das Kinder und Erwachsene gleichermaßen fasziniert. Der größte Bison auf der Weide heißt übrigens "Goliath" und wird seinem Namen mit 1,90 Meter Höhe und 1300 Kilogramm Lebendgewicht wirklich gerecht.

*Dieser Text ist im Rahmen einer Pressereise entstanden.

Quelle: n-tv.de

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