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Aida steuert die Türkei in diesem Sommer nicht mehr an - das Unternehmen wählt andere Häfen.
Aida steuert die Türkei in diesem Sommer nicht mehr an - das Unternehmen wählt andere Häfen.(Foto: picture alliance / dpa)

Terrorangst bei Urlaubern: Viele Reedereien lassen Türkei aus

Nach mehreren Terroranschlägen in der Türkei, zuletzt in Istanbul, wollen viele Kreuzfahrt-Touristen umbuchen. Das bekommen die Reedereien zu spüren - und müssen auf die Terrorangst reagieren. Nun müssen Ausweichrouten her.

Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat die für diesen Sommer geplanten Fahrten mit Zielen in der Türkei abgesagt. Nach den jüngsten Anschlägen in Istanbul hätten viele Gäste den Wunsch geäußert, ihre Reise auf eine andere Urlaubsregion umzubuchen, teilte das Unternehmen mit. Mehrere Tausend Gäste hätten eine solche Reise bereits gebucht, teilte ein Unternehmenssprecher mit. Die Gäste kämen überwiegend aus Deutschland, der Rest vor allem aus Österreich und der Schweiz. Was die Planänderung das Unternehmen kosten werde, sei noch unklar, sagte der Sprecher. Für die Kunden seien Umbuchungen kostenlos, Stornierungen allerdings nicht möglich. Details zum neuen Reiseprogramm würden in Kürze bekannt gegeben.

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Auch Kreuzfahrtanbieter MSC Cruises hat sich aus Sicherheitsgründen gegen türkische Häfen entschieden: "MSC Cruises setzt bis auf Weiteres alle Anläufe in der Türkei aus. Diese Entscheidung betrifft die Route der MSC Magnifica, die ab dem 26. März 2016 von Venedig aus in See stechen wird", heißt es in einer Stellungnahme des Unternehmens. Die ursprünglich geplanten wöchentlichen Anläufe in Istanbul und Izmir ab dem 29. März 2016 würden ersetzt werden. Statt der Türkei läuft die MSC Magnifica die griechischen Häfen von Athen und Mykonos an.

Auch die Schiffe der Costa-Flotte steuern schon seit einiger Zeit nicht mehr die Türkei an. Die Lage werde aber immer wieder neu bewertet, heißt es auf Anfrage von n-tv.de. Doch die Ansichten sind innerhalb der Branche nicht eindeutig. Es gibt auch andere Reedereien, die an ihren Planungen festhalten, so lange sich die aktuelle Lage nicht weiter verschärfe.

Türkei bei Deutschen sehr beliebt

"Mein Schiff"-Kreuzfahrtschiffe bleiben auf ihren bisherigen Türkei-Strecken. Auf Anfrage erklärt Tui Cruises gegenüber n-tv.de: "Für die türkischen Häfen, die die Mein Schiff Flotte in den nächsten Monaten anläuft (zum Beispiel Antalya, Bodrum), wurde von staatlichen Stellen bislang keine neue Sicherheitslage festgestellt. Daher halten wir derzeit an den geplanten Fahrtrouten fest." Sollte sich die Situation vor Ort verändern, werde die Lage neu bewertet, entsprechende Maßnahmen würden ergriffen und die Gäste frühzeitig informiert werden, so das Unternehmen.

Nach Angaben des internationalen Kreuzfahrtverbandes CLIA stehen die Reedereien in einem engen Austausch mit dem Auswärtigen Amt."Auf Grundlage aller Informationen entscheiden die Reedereien über mögliche Fahrplananpassungen – wenn notwendig auch sehr kurzfristig. Jede Reederei trifft diese Entscheidung natürlich für sich selbst und auf der Grundlage des geplanten Routings", so Helge Grammerstorf, National Director CLIA Deutschland.

Die Türkei gehörte in den vergangenen Jahren im Tourismusgeschäft zu den Gewinnern unter den Mittelmeerländern. Seit 2012 strömten jedes Jahr mehr Deutsche in das Land. 2015 waren es nach türkischen Behördenangaben 5,5 Millionen Gäste aus Deutschland. Das Land war nach Spanien und Italien zuletzt das beliebteste Auslandsreiseziel der Deutschen.

Quelle: n-tv.de

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