Ovtcharov erleidet Sensations-K.o. nach EM-Regenpanne
Deutschlands Tischtennis-Star Dimitrij Ovtcharov ist bei der EM in Budapest vorzeitig ausgeschieden. Der Titelverteidiger verlor in der zweiten Runde mit 2:4-Sätzen gegen den Polen Jakub Dyjas und kann damit seine EM-Siege von 2014 und 2015 nicht wiederholen. Der Weltranglisten-Sechste wirkte unkonzentriert und kam mit den besonderen Umständen nicht zurecht. Weil Wasser vom Dach auf Tisch 2 in der Tüskecsarnok-Halle tropfte, begann die Partie mit 50 Minuten Verspätung. Die Organisatoren hatten bereits einen Ersatztisch aufgebaut, das Match fand dann aber doch in der vorgesehen Spielbox statt. Ovtcharov ging zunächst mit 2:1-Sätzen in Führung. Dyjas, der für Ochsenhausen in der Bundesliga spielt, steigerte sich aber und hatte im sechsten Durchgang mit 11:9 das bessere Ende für sich.
Ancelotti will den Gladbach-Fluch brechen
Der FC Bayern will nach dem erfolgreichen Auftritt in der Champions League (4:1 gegen PSV Eindhoven) jetzt auch wieder in der Bundesliga siegen. "Die Spieler haben verstanden, wie sie sich verhalten müssen", sagte Trainer Carlo Ancelotti.
Nach einem 1:1 gegen Köln und einem 2:2 in Frankfurt soll am Samstag (18.30 Uhr) in der Fußball-Bundesliga gegen den ungeliebten Bayern-Gegner Borussia Mönchengladbach wieder ein Dreier her.
"Ich kenne die Vergangenheit der Spiele zwischen Bayern und Gladbach. Bayern hat es immer schwer gehabt. Deswegen müssen wir eine sehr gute Leistung abrufen und mit einer sehr hohen Intensität spielen", sagte Ancelotti. Mönchengladbach ist seit vier Bundesliga-Spielen gegen Bayern ungeschlagen.
Mit Ausnahme von Franck Ribéry sind alle Stars einsatzbereit. "Alle anderen sind fit und in einer guten Verfassung", sagte Ancelotti. Douglas Costa und Javi Martínez gaben beim 4:1 gegen Eindhoven ihr Comeback, Arturo Vidal trainiert wieder.
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Röhler schielt auf magische Speerwurf-Marke
Speer-Olympiasieger Thomas Röhler hält einen Wurf über die 100-Meter-Marke für nicht ausgeschlossen. "Da muss ich meinen Trainer Harro Schwuchow zitieren, der immer betont, dass es nur physikalische Grenzen gibt. Und die liegen für den Speerwurf nicht unter 100 Metern", sagte der 25 Jahre alte Jenaer bei leichtathletik.de: "Wenn ich im Training zu der Erkenntnis komme, dass 100 Meter nun wirklich nicht gehen, hebt er mahnend den Zeigefinger und sagt: 'Lass das mal ruhig offen im Kopf.'"
Röhler hatte sich in Rio mit 90,30 Meter Olympia-Gold gesichert.
Den Weltrekord mit dem seit rund 30 Jahren regelkonformen Speer-Modell hat der Tscheche Jan Zelezny 1996 in Jena mit 98,48 Meter aufgestellt.
Mit dem Vorgänger-Modell, das danach aus Sicherheitsgründen aus dem Verkehr gezogen worden war, hatte DDR-Werfer Uwe Hohn 1984 in Berlin 104,80 Meter erzielt. Der heute 54-Jährige ist damit der einzige Werfer, der die 100-Meter-Marke übertroffen hat.
Die deutsche Bestmarke mit dem neuen Speer hält seit 1995 Raymond Hecht mit 92,60 Meter - die will Röhler übertreffen: "Der deutsche Rekord ist die nächste Etappe, die ich im Kopf habe. Der ist nicht so weit weg. Da geht was."
Undichtes Dach stoppt Ovtcharov bei Tischtennis-EM
Regen und ein defektes Hallendach haben Dimitrij Ovtcharov bei der Tischtennis-EM in Budapest zu einer ungewöhnlichen Wartezeit gezwungen. Der Titelverteidiger konnte sein Zweitrunden-Einzel gegen den Polen Jakub Dyjas nicht wie geplant beginnen. Von oben tropfte Wasser auf Tisch 2 in der Tüskecsarnok-Halle. Die Organisatoren sperrten nach einer längeren Diskussion die Spielbox und bauten einen fünften Tisch in der Arena auf.
Hopp springt Beckenbauer in WM-Affäre bei
Der Hoffenheimer Mäzen Dietmar Hopp hat seinen Freund Franz Beckenbauer in der WM-Affäre verteidigt. "Man sollte dem Franz dankbar sein für seine Bemühungen, die WM nach Deutschland zu holen und ihn nicht verteufeln", sagte der SAP-Gründer und Hauptanteilseigner des Fußball-Bundesligisten 1899 Hoffenheim in einem Interview der "Heilbronner Stimme". "Franz Beckenbauer ist so ein anständiger Mensch. Ich habe überhaupt noch nicht verstanden, warum jetzt so schnell geurteilt worden ist." Als Chef des früheren WM-Organisationskomitees ist Beckenbauer die Schlüsselfigur in dem Skandal um dubiose Geldflüsse rund um die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Zuletzt wurde im September bekannt, dass er diese Funktion nicht wie lange behauptet ehrenamtlich ausübte, sondern ein Millionen-Honorar vom WM-Sponsor Oddset erhielt.
Kolleginnen erweisen Kerber eine große Ehre
Und noch eine Auszeichnung: Angelique Kerber ist nach einer märchenhaften Saison zur "Spielerin des Jahres 2016" gewählt worden. Die Ehrung wurde im Vorfeld der WTA-Finals in Singapur vorgenommen, die am Sonntag beginnen.
Die Australian- und US-Open-Siegerin setzte sich bei der öffentlichen Abstimmung der Spielerinnen-Vereinigung WTA gegen Wimbledonsiegerin Serena Williams (USA), Paris-Gewinnerin Garbine Muguruza (Spanien), New-York-Finalistin Karolina Pliskova (Tschechien) und Simona Halep (Rumänien) durch.
Auch von ihrer ärgsten Rivalin Williams hatte Kerber die Stimme bekommen. Die Fed-Cup-Spielerin hatte die Spitze des Rankings Mitte September von Williams übernommen.
Bereits vor dem Abschluss-Event in Singapur steht fest, dass die 28-jährige Kerber als Nummer eins ins neue Jahr gehen wird.
Reus gelingt wichtiger Comeback-Schritt
Fußball-Nationalspieler Marco Reus hat erstmals nach langer Verletzungspause wieder ein vollständiges Mannschaftstraining bei Borussia Dortmund absolviert.
"Marco hat Donnerstag sehr gut trainiert - als wäre er nie weggewesen", berichtete BVB-Chefcoach Thomas Tuchel.
Der 27 Jahre alte Reus bestritt sein letztes Pflichtspiel für den BVB im DFB-Pokalfinale am 21. Mai und verpasste danach wegen einer Schambeinverletzung auch die Europameisterschaft in Frankreich.
"Er hatte jetzt sein erstes Training mit der Mannschaft seit Mai, da hängen wir ihm kein Schild mit einem Datum um", meinte Tuchel zu einem möglichen Comeback-Zeitpunkt. "Marco bekommt alle Zeit der Welt."
"Europas letzter Diktator" bekommt Europaspiele
Nach dem autoritären Aserbaidschan nun also Europa letzte Diktatur: Die weißrussische Hauptstadt Minsk wird Ausrichter der zweiten Auflage der Europaspiele im Jahr 2019. Der wegen Verstößen gegen die Menschenrechte umstrittene Staatschef Alexander Lukaschenko verkündete dies auf der 45. Generalversammlung der europäischen Olympischen Komitees EOC in Minsk. "Das ist eine historische Entscheidung. Belarus ist keine Supermacht, aber wir kümmern uns sehr um den Sport", sagte Lukaschenko, seit 1994 Präsident Weißrusslands und oft als "Europas letzter Diktator" bezeichnet. Das Branchenportal "insidethegames" berichtete, dass die Entscheidung nicht einstimmig erfolgt sei. Dänemark und Norwegen hätten gegen das einzige Land Europas gestimmt, in dem noch die Todesstrafe vollstreckt wird. Fünf weitere Länder haben sich demnach enthalten, 43 Länder dafür votiert. Ursprünglich hätten die Europaspiele 2019 in den Niederlanden stattfinden sollen, welche die Ausrichterrolle aber kurz nach dem Zuschlag zurückgaben. Als Favorit galt danach lange Russland mit den Städten Kasan und Sotschi. Nach den Enthüllungen über staatlich gesteuertes Doping hatte das IOC aber erklärt, Europaspiele in Russland nicht zu unterstützen.
Guardiola baggert weiter an BVB-Juwel
Die Passsicherheit und Übersicht von Dortmunds Mittelfeld-Juwel Julian Weigl hat bereits international für Aufmerksamkeit gesorgt. Auch Josep Guardiola galt schon als großer Fan des 21-Jährigen, bevor er neuerdings wie gegen Sporting Lissabon auch noch Tore schießt. Angeblich sollte Guardiolas neuer Klub Manchester City den BVB-Youngster schon in diesem Sommer auf die Insel holen, doch die Dortmunder stellten sich wenig überraschend quer. Nun plant City für den Sommer 2017 offenbar einen neuen Anlauf, berichtet das Boulevardblatt "Sun". Die Rede ist von einem Angebot über rund 23 Millionen Euro. Allerdings gilt Weigl als Lieblingsschüler von BVB-Trainer Thomas Tuchel. Zudem ist Dortmund seit geraumer Zeit bemüht, den eh noch bis 2019 laufenden Vertrag mit dem 21-Jährigen vorzeitig zu verlängern. Dazu ist der BVB offenbar bereit, Weigls bisheriges Gehalt zu verdreifachen - schreibt die "Sun".
Trauer um König Bhumibol: Jubel-Verbot für Thailands Fans
Wegen der Staatstrauer um König Bhumibol hat Thailands Fußball-Verband FAT für das nächste WM-Qualifikationsspiel der Asiaten ein Jubel-Verbot ausgesprochen.
Beim Drittrunden-Duell mit Australien am 15. November in Bangkok dürfen die Zuschauer keine Anfeuerungen rufen und auch keinen Jubel über Tore anstimmen.
Außerdem sind Trommeln, Megafone und Transparente im Stadion untersagt. Darüber hinaus ist typische Fan-Bekleidung nicht gestattet und der Zutritt zur Arena lediglich in schwarzer, grauer, anderer dunkler oder weißer Kleidung erlaubt.
In Thailand herrscht seit Bhumibols Ableben per Dekret der Militärregierung eine einjährige Staatstrauer.
Bundesliga punktet stark, Spanien punktet besser
Bittersüßes Fazit der Europapokalwoche aus deutscher Sicht: Die sechs Bundesligisten holten für die Fünfjahreswertung der Europäischen Fußball-Union (Uefa) 1,428 Punkte, ein starker Wert. Trotzdem wuchs der Rückstand auf Spitzenreiter Spanien leicht an, der mit mit 1,431 Punkten bei allerdings sieben Teilnehmern noch ein wenig besser war und nun auf 91,71 Zähler kommt. Deutschland untermauerte mit 71,07 Punkten aber seinen zweiten Platz, da England als Dritter nur 1,000 Punkte (insgesamt 67,25) und der Vierte Italien 1,334 Punkte (insgesamt jetzt 64,83) holten. Der Rückstand auf Spitzenreiter Spanien beträgt jetzt 20,644 Punkte, der Vorsprung auf den Tabellenfünften Frankreich 22,904. Letzteres ist wichtig, weil ab der Saison 2018/19, um die es hier bereits geht, der Fünfte erheblich weniger Startplätze in den Europapokalen haben wird als die vier Bestplatzierten. Details werden von der Uefa im Dezember festgelegt.
Für Mobiluser: Die Fünfjahreswertung als tabellarische Übersicht
Boxen: Probleme verhindern Öffnung von Sturms B-Probe
Die Klärung im Dopingfall des ehemaligen Box-Weltmeisters Felix Sturm zieht sich weiter in die Länge. Die für den 12. Oktober in Köln geplante Öffnung der B-Probe wurde nicht durchgeführt.
"Die B-Probe ist weiterhin nicht geöffnet", sagte René Seppi, Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, der "Sport Bild". Es habe rechtliche Probleme gegeben, "die den geplanten Termin verhinderten.
Nun soll die Öffnung in den kommenden zwei Wochen passieren", sagte Seppi.
Derzeit wird gegen Sturm wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz ermittelt. Bei einer Verurteilung droht dem Boxer eine Gefängnisstrafe von bis zu drei Jahren oder eine hohe Geldstrafe.
Einen Hintergrund zum Thema Felix Sturm und Doping lesen Sie hier.
Bobic empfiehlt Beiersdorfer dringend Hilfe
Fredi Bobic rät seinem HSV-Amtskollegen Dietmar Beiersdorfer dringend, zeitnah zur eigenen Entlastung einen Sportchef für den Hamburger SV zu verpflichten.
"Didi weiß selbst, dass er noch Unterstützung braucht, er kann das nicht alleine stemmen", sagte der Vorstand Sport von Eintracht Frankfurt, dessen Team am Freitag (20.30 Uhr) in der Fußball-Bundesliga beim HSV antritt.
"Er macht ja gefühlt derzeit alles", fügte Bobic im Interview des "Hamburger Abendblatt" über Beiersdorfer hinzu, der seit der Trennung von Peter Knäbel im Mai Vorstandschef und Sportdirektor in Personalunion ist.
Seit Wochen sucht Beiersdorfer einen geeigneten Knäbel-Nachfolger, dem Vernehmen nach soll er in Kürze präsentiert werden, heißt es aus Klub-Kreisen.
Mehr als 90 Anderlecht-Hooligans in Gewahrsam genommen
Mehr als 90 Hooligans sind rund um das Europa-League-Spiel zwischen Fußball-Bundesligist FSV Mainz 05 und dem belgischen Club RSC Anderlecht in Gewahrsam genommen worden. Wie die Polizei mitteilte, zündeten die belgischen Randalierer vor Anpfiff in der Mainzer Innenstadt Pyrotechnik und warfen Böller auf Polizisten. Ein Mann schlug einer Polizistin mit der Faust ins Gesicht, sie kam mit Verletzungen ins Krankenhaus. Nach dem Spiel (1:1) habe es keine weiteren Ausschreitungen in der Stadt gegeben, sagte ein Polizeisprecher. Direkt nach dem Abpfiff reisten die Randalierer in Bussen zurück nach Belgien.
Chicago Cubs peilen Historisches an
Nach über 70 Jahren stehen die Chicago Cubs wieder vor dem Einzug ins Finale der nordamerikanischen Baseball-Meisterschaft. Nach dem 8:4 gegen die Los Angeles Dodgers führen die Cubs in der Serie nach dem Modus best-of-seven nun 3:2 und sind damit nur noch ein Sieg von der sogenannten World Series entfernt. Die nächste Partie findet am morgigen Samstag statt.
Chicago stand letztmals 1945 im Finale, den letzten Titel holte das Team 1908 - unrühmlicher Sieglos-Rekord im US-Sport. Die Fans gehen längst davon aus, dass ihr Team verflucht ist. Als erster Finalteilnehmer stehen die Cleveland Indians fest, die es erstmals seit 1997 wieder ins Endspiel geschafft haben. Der dreimalige Meister, der zuletzt 1948 den Titel geholt hat, wird die World Series am Dienstag mit einem Heimspiel eröffnen.
NBA: Schröder mit nur sieben Punkten in 30 Minuten
Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder hat das letzte Testspiel mit seinen Atlanta Hawks vor dem Beginn der NBA-Saison gewonnen. Der 23 Jahre alte Point Guard konnte beim 97:81 gegen die Chicago Bulls aber nicht wie zuletzt überzeugen und leistete sich im deutschen Duell mit Paul Zipser einige ungewohnte Fehler. In 29:42 Minuten brachte es Schröder nur auf sieben Punkten und sechs Assists. Während Schröder bei den Hawks einmal mehr in der Starting Five stand, blieb Zipser wieder ohne Punkte. Der 22 Jahre alte Forward bekam insgesamt nur 2:56 Minuten Einsatzzeit.