Wirtschaft
Airbus warnt davor, dass die Kosten für das A400M-Programm die Ergebnisse beeinträchtigen könnten.
Airbus warnt davor, dass die Kosten für das A400M-Programm die Ergebnisse beeinträchtigen könnten.(Foto: picture alliance / dpa)

Quartalsergebnis zum Abgewöhnen: A400M könnte Problem für Airbus werden

Airbus legt enttäuschende Zahlen vor - der Nettogewinn geht deutlich zurück. Ein Grund: Der Flugzeugbauer liefert viele Maschinen des weniger profitablen A380 aus. Sorgen bereiten zudem mögliche Belastungen durch den Militärtransporter A400M.

Airbus hat im dritten Quartal deutlich weniger verdient und vor neuen Belastungen beim Militärtransporter A400M gewarnt. Der Flugzeugbauer lieferte in den drei Monaten mehr Maschinen des Großraumfliegers A380 aus, die nicht so profitabel sind wie beispielsweise Flugzeuge mit nur einem Gang. An den Zielen für 2014 hält der Konzern aber fest.

Der Konzernumsatz blieb mit 13,3 Milliarden Euro in etwa auf dem Niveau des Vorjahres und traf die Schätzungen der Analysten. Operativ verdiente Airbus mit 744 Millionen zwar deutlich mehr als im Vorjahr und von Analysten erwartet, mit dem Gewinn unter dem Strich ging es auf 264 von 445 Millionen Euro aber deutlich nach unten. Hier hatten Beobachter auch mit mehr gerechnet.

Für das Gesamtjahr geht das Unternehmen weiterhin davon aus, dass die Flugzeug-Auslieferungen in etwa auf dem Vorjahresniveau liegen werden. Auch der Umsatz soll stabil bleiben und die operative Marge moderat ansteigen. Allerdings warnt Airbus davor, dass die Kosten für das A400M-Programm die Ergebnisse beeinträchtigen könnten. Der Erzrivale Boeing hatte seinen Gewinnausblick nach einem besser als erwarteten dritten Quartal Ende Oktober angehoben.

Sorgen um A350 schwinden

Der Auftragsbestand des Konzerns lag Ende September zwölf Prozent über dem Wert zum Jahreswechsel. Vorstandschef Tom Enders lobte die Fortschritte bei den neuen Fliegern A350 und A320neo. Er mahnte allerdings: "Wir sollten jedoch nicht vergessen: Noch sind einige Herausforderungen zu bewältigen, darunter der Übergang zur A330neo sowie der Hochlauf der Programme A350 und A400M. Das erfordert weiterhin die volle Aufmerksamkeit des Managements."

Enders bestätigte seine Prognose, wonach sein Haus 2014 in etwa einen Umsatz auf Vorjahresniveau und eine operative Rendite von bis zu acht Prozent vor Sonderlasten verbuchen werde. Dabei hilft dem Major der Reserve auch, dass sich das Geschäft mit Militärtechnik bisher nicht so schlecht für Airbus entwickelt wie befürchtet. Das Betriebsergebnis der Rüstungs- und Weltraumsparte legte im abgelaufenen Quartal sogar um fünf Prozent zu. Außerdem seien die Geschäfte mit militärischen Transportflugzeugen und Telekommunikationssatelliten zuletzt gut gelaufen.

Enders' Sorgen um teure Patzer bei der Entwicklung des jüngsten Langstreckenfliegers A350 schwinden zusehends. Die Musterzulassungen wurden bereits erteilt. Die ersten Modelle würden wie geplant Ende des Jahres in Dienst gestellt. Auch mit dem Nachfolger des populären Mittelstreckenjets A320, der mit neuen Turbinen als A320neo auf den Markt kommt, geht es gut voran. Die Entwicklung liege im Zeitplan, gegen Ende des Jahres 2015 sollen die ersten Modelle zu den Kunden fliegen. Der industrielle Hochlauf des Militärtransporters A400M schreite voran. Mit Abbestellungen rechnet Enders nicht. Allerdings drohten durch Änderungen der Ausstattung und Verzögerungen bei der Abnahme neue Risiken, warnte er.

Quelle: n-tv.de

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