Eigene Branche verteidigt Ackermann sieht keine Party
Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, wehrt sich gegen Vorwürfe, die Finanzbranche habe nichts aus der Krise gelernt. Der Eindruck, dass die "Party wieder in vollem Gange ist", sei falsch und irreführend, sagte er.
Es herrsche nicht wieder "business as usual". In der Bundesregierung wurden zuletzt Vorwürfe laut, die Banken machten nach der Krise wieder so weiter wie zuvor.
"Tatsache ist, dass die Banken bei der Umsetzung der Lehren aus der Finanzkrise gut vorankommen", verteidigte sich Ackermann, der auch Präsident des Internationalen Bankenverbandes IIF ist. So habe die Branche Verbesserungen der Bonusregeln und der Risikomodelle erzielt.
Besonders beim Thema Boni kämen die Banken gut voran. Hier gehe es darum, die Sonderzahlungen stärker am langfristigen Erfolg einer Bank auszurichten. Auf dem Weltfinanzgipfel Ende des Monats in den USA wollen die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) härtere Bonus-Regeln beschließen.
"Die Reform der internationalen Finanzmarktordnung kommt gut voran", sagte Ackermann auf einer von der Wochenzeitung "Die Zeit" organisierten Konferenz in Frankfurt. Dennoch dürfe sich niemand in der Finanzbranche zurücklehnen und denken, alle Hausaufgaben seien bereits erledigt. Trotz der aktuellen Erholung der Märkte dürften die Banken beim Umsetzen der Lehren aus der Krise keinen Gang zurückschalten.