Wirtschaft
Das Eon-Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen. Der Konzern hat bereits Milliarden an Brennelementesteuer gezahlt.
Das Eon-Kernkraftwerk Grohnde in Niedersachsen. Der Konzern hat bereits Milliarden an Brennelementesteuer gezahlt.(Foto: dpa)

Schlappe bei Atomsteuer-Streit: Aktien von Eon und RWE im Sinkflug

Während die meisten Dax-Werte bei der Frankfurter Rekord-Party mitmischen, rutschen zwei Titel tief ins Minus: die der Energieversorger Eon und RWE. Hintergrund ist ein herber Rückschlag beim Rechtsstreit um die milliardenschwere Brennelementesteuer.

Während der deutsche Leitindex von einem Allzeithoch zum nächsten jagt und die Kurse der Dax-Werte im Schnitt um 0,6 Prozent stiegen, mussten die Titel der beiden Energieversorger Eon und RWE heftige Verluste einstecken. Eon verloren 3,9 Prozent, RWE sogar 4,6 Prozent.

Hintergrund der enormen Verluste der beiden AKW-Betreiber-Aktien: In ihrem Kampf gegen die milliardenschwere Brennelementesteuer haben sie einen herben Rückschlag vor dem Europäischen Gerichtshof einstecken müssen. Dort hatte Generalanwalt Maciej Szpunar erklärt, dass die seit 2011 erhobene Abgabe des Bundes nicht gegen EU-Recht verstoße.

Damit sei die Chance, dass die Versorger ihr Geld wiedersehen werden, "gegen Null" gegangen, kommentierte ein Händler diese Entwicklung. Schließlich gingen Analysten davon aus, dass der Gerichtshof in seiner endgültigen Entscheidung wie üblich der Vorlage des Generalanwalts folge. Eon hat nach eigenen Angaben bislang 2,3 Milliarden Euro Brennelementesteuer gezahlt, RWE 1,2 Milliarden und EnBW 1,1 Milliarden.

Auswirkungen auf Ergebnis noch unklar

LBBW-Analyst Erkan Aycicek erklärte: "Offenbar hatten Anleger darauf spekuliert, dass das Plädoyer des EuGH-Generalanwalts zugunsten der Versorger ausfällt." Uneinig waren sich die Marktbeobachter jedoch über die Auswirkung auf die Ergebnis-Prognosen. Aycicek geht davon aus, dass die Analysten bei ihren Ergebnis-Schätzungen für die Versorger die Zahlung der Brennelemente-Steuer berücksichtigt haben. Er rechnet daher nicht mit größeren Anpassungen.

Aus Sicht von Ingo Becker, Analyst bei Kepler Cheuvreux, dürfte die Zahlung der Steuer dagegen bislang meist nicht berücksichtig worden sein. Sie könnte das operative Ergebnis von RWE um 300 bis 400 und von Eon um circa 700 Millionen Euro für 2015/2016 drücken, sagt der Experte.

Quelle: n-tv.de

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