Rekordmarken am AnleihenmarktAnleger zweifeln an Irland
Während Spitzenpolitiker und Notenbanker in Seoul über die Probleme der Weltwirtschaft streiten, brechen in Europa alte Krisenherde wieder auf: Am Bond-Markt ziehen die Risikoaufschläge für griechische und portugiesische Staatsanleihen kräftig an.
Die Zinsen für Staatsschulden der angeschlagenen Euro-Staaten Griechenland und Portugal sind auf neue Rekordstände gestiegen. Investoren verlangten am Donnerstag für zehnjährige irische Anleihen eine Rendite von 8,846 Prozent. Das ist so viel wie noch nie seit der Einführung des Euro in Irland.
Auch die Zinsen für zehnjährige portugiesische Staatsanleihen stiegen auf den Rekordwert von 7,117 Prozent. Das Staatsdefizit Irlands war vor wenigen Wochen stark angeschwollen, da die Kosten für die Rettung wichtiger Banken in die Höhe schossen. Portugal hatte am Mittwoch neue Staatsanleihen ausgegeben und dafür bereits so hohe Zinsen zahlen müssen wie noch nie zuvor.
Auch die Zinsen für spanische und griechische Staatschulden stiegen am Donnerstag wieder an. Für zehnjährige Anleihen aus Spanien verlangten Investoren eine Rendite von 4,528 Prozent, für Papiere aus Griechenland waren es 11,689 Prozent. Beide Werte liegen allerdings noch unter den bisherigen Rekordständen.
Teurer wurden derweil auch Kreditversicherungen. Die sogenannten CDS entschädigen Investoren, wenn das ausgebende Land die Zahlungen einstellen sollte.