Wirtschaft
Folden den Milliardengewinnen im 2. Quartal auch Kursaufschläge?
Folden den Milliardengewinnen im 2. Quartal auch Kursaufschläge?(Foto: REUTERS)

Investmentbanking sorgt für gute Stimmung: Anlegern gefällt der Citi-Milliardenrausch

Den US-Banken geht es wieder gut: Nachdem bereits JP Morgan und Wells Fargo Milliardengewinne ausgewiesen haben, zieht die Citigroup nun nach. Zwar fällt der reine Gewinn im Vergleich zur Konkurrenz erwas niedriger aus, der Zuwachs ist dafür aber höher. Die Anleger freut's.

Gute Geschäfte am Kapitalmarkt lassen die Citigroup im 2. Quartal jubeln. Die US-Großbank konnte dank eines florierenden Investmentbankings ihren Gewinn um 42 Prozent auf 4,2 Mrd. Dollar (3,2 Mrd. Euro) hochschrauben. Bankchef Michael Corbat zeigte sich zufrieden mit dem Abschneiden - ebenso die Anleger.

Zu dem Sprung gegenüber dem Vorjahreszeitraum trug auch das Privatkundengeschäft in Lateinamerika bei, das ein wichtiges Standbein für die weltweit aufgestellte Citigroup ist. Dagegen musste die Bank in der Heimat Abstriche machen: Die Privatkunden in Nordamerika fragten weniger Hauskredite nach. Zudem belasteten wie bei so vielen anderen Banken die niedrigen Kreditzinsen das Ergebnis.

Lockere Geldpolitik hilft

Mit dem Quartalsgewinn übertraf die Citigroup die Erwartungen der Anleger. An der Wall Street stieg die Aktie um knapp 2 Prozent. Die zwei großen heimischen Rivalen JPMorgan Chase und Wells Fargo hatten ebenfalls mehr verdient. Im Laufe der Woche legen weitere US-Großbanken ihre Zwischenbilanzen vor. Die Deutsche Bank folgt am 30. Juli.

Die Citigroup profitierte im Kapitalmarktgeschäft wie ihre Konkurrenten weiterhin von der lockeren Geldpolitik der US-Notenbank. Zudem belastete die Eurokrise die Finanzmärkte weniger als noch vor einem Jahr. So stieg der Gewinn in dieser Sparte um 63 Prozent auf 2,4 Mrd. Dollar. Das gesamte Privatkundengeschäft warf mit 1,9 Mrd. Dollar etwas weniger ab als vor einem Jahr.

"Fortschritte in kritischen Bereichen"

Die Citigroup galt lange als Sorgenkind unter den US-Banken. Im vergangenen Jahr war der Gewinn um ein Drittel auf 7,5 Mrd. Dollar gesunken. Mitte Oktober musste der damalige Konzernchef Vikram Pandit seinen Hut nehmen. Sein Nachfolger Corbat versucht nun, die Bank mit harten Schnitten profitabler zu machen. Er hatte angekündigt, 11.000 Stellen zu streichen, Filialen zu schließen und Randbereiche abzustoßen.

So zog sich die Citigroup im Juni endgültig aus der gemeinsam mit der Investmentbank Morgan Stanley betriebenen Vermögensverwaltung Morgan Stanley Smith Barney zurück. Die Großbank hatte an der Tochter zuletzt noch 35 Prozent gehalten.

Die Citigroup konnte auch weitere Altlasten aus der Finanzkrise loswerden, die sie in ihrer hauseigenen "Bad Bank" Citi Holdings geparkt hat. Der Verlust dieser Sparte reduzierte sich um ein Drittel auf 570 Millionen Dollar. "Wir haben Fortschritte in kritischen Bereichen gemacht", erklärte Bankchef Corbat.

Konkurrenz im Milliardenrausch

Ende Juni arbeiteten noch 253.000 Menschen bei der Citigroup, 8000 weniger als vor einem Jahr. Die Erträge - die gesamten Einnahmen - stiegen im gleichen Zeitraum um 11 Prozent auf 20,5 Mrd. Dollar.

Am Freitag hatten bereits JP Morgan und Wells Fargo Milliardengewinne bekanntgegeben und die Markterwartungen deutlich übertroffen. Die Anleger konnten die beiden Institute aber trotz Rekordergebnissen nicht restlos überzeugen, da sich in die Quartalsberichte auch vorsichtigere Töne mischten. Sowohl Wells Fargo als auch JP Morgan warnten davor, dass die Hypothekenvergabe im Jahresverlauf sinken könnte.

In den nächsten Tagen werden Bank of America sowie die Investmentbank Goldman Sachs Zahlen für das 2. Quartal vorlegen. Die Deutsche Bank folgt Ende des Monats.

Quelle: n-tv.de

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