Wirtschaft
"Teilweise 30 Prozent unter den eigenen Kosten": Solarzellen-Produktion in einem Werk in Hefei.
"Teilweise 30 Prozent unter den eigenen Kosten": Solarzellen-Produktion in einem Werk in Hefei.(Foto: REUTERS)

"Man will uns kaputtmachen": Asbeck sieht Solar-Verschwörung

Der Chef des Solarkonzerns Solarworld, Frank Asbeck, erhebt schwere Vorwürfe: Die Bundesregierung beugt sich in seinen Augen dem Druck der großen Energieversorger. "Unsere Gegner wollen die Solarenergie aufhalten, bevor es zu spät ist." Deutschland befinde sich mitten in einem "Industriekrieg" mit China.

Das "Solar-Monopol" wäre für Peking noch wertvoller, "als auf allen Öl- und Gasvorräten der Erde zu sitzen", sagt Frank Asbeck.
Das "Solar-Monopol" wäre für Peking noch wertvoller, "als auf allen Öl- und Gasvorräten der Erde zu sitzen", sagt Frank Asbeck.(Foto: picture alliance / dpa)

Der Chef des deutschen Solaranlagen-Herstellers Solarworld, Frank Asbeck, hat der Bundesregierung vorgeworfen, mit der "Schwarzer Tag für Solarbranche" tausende Jobs hierzulande zu gefährden. Zudem bestehe dadurch die Gefahr, dass Deutschland in Zukunft Koalition stimmt Solar-Kürzung zu werde, sagte Asbeck der "Süddeutschen Zeitung". Die drastischen von der schwarz-gelben Koalition beschlossenen Förderkürzungen seien Opposition kritisiert Hü und Hott .

"Die Förderung sinkt zusätzlich um 30 bis 50 Prozent", sagte Asbeck. "So stark können wir die Kosten gar nicht mehr senken." Die Politik knicke vor der EU-Länder wollen Atom-Zuschüsse der vier großen Stromkonzerne Deutschlands RWE, Eon, EnBW und Vattenfall ein. "Man will uns kaputtmachen", beschreibt Asbeck die vermuteten Absichten hinter den Kürzungsplänen. "Unsere Gegner wollen die Solarenergie aufhalten, bevor es zu spät ist."

"Jetzt stehen fast zwei Jahrzehnte Industriepolitik in Deutschland auf dem Spiel - Fördergelder und viele tausend Jobs", sagte Asbeck. Hinter den Kürzungen stehe der Wille der großen Energiekonzerne.

Ungeliebte Energiewende

Der streitbare Unternehmer warf den großen Versorgern vor, sie fänden keine Antworten auf die Herausforderungen durch die erneuerbaren Energien - und hätten sich bei der Regierung deshalb für die Förderkürzungen eingesetzt.

Asbeck warnte außerdem vor einem drohenden Monopol Chinas auf die Energiequelle der Zukunft. Der globale Konkurrenzkampf in der Solarindustrie sei "mörderisch", sagte Asbeck. Es gebe in der Branche "keinen fairen Wettbewerb".

Deutschland droht demnach auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energiequellen hoffnungslos zurückzufallen. "China hat einen Industriekrieg begonnen", betonte Asbeck. Er wiederholte die häufig geäußerte Kritik, die Volksrepublik unterstütze ihre eigene Industrie durch unbegrenzte billige Kredite.

Solar-Monopol für China?

"Der Staat hat den Firmen allein 2011 mit mehr als 20 Mrd. Euro geholfen. Mit diesem Geld bieten die Firmen ihre Produkte zu Dumpingpreisen an - teilweise 30 Prozent unter den eigenen Kosten." Ziel sei, den Rest der Welt aus dem Markt drängen und ein China bündelt seine Kräfte auf die Technik zu schaffen. "Peking weiß: Das wäre noch wertvoller, als auf allen Öl- und Gasvorräten der Erde zu sitzen", sagte Asbeck der Zeitung.

Der Solarworld-Chef forderte einen fairen Handel. Die US-Regierung habe gerade erste Anti-Dumpingzölle für Anlagen aus China eingeführt. Im Mai könne die Regierung nachlegen und noch deutlich höhere Zölle einführen. "Wir streben ein solches Verfahren auch in Brüssel an und bereiten eine Klage vor. Die Bundesregierung ist damit jetzt am Zug. Wenn Brüssel ein Verfahren gegen unfairen Wettbewerb einleitet, setze ich darauf, dass die Bundesregierung dies unterstützt."

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Quelle: n-tv.de

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