Wirtschaft
Den "Guerra contra Uber", den Krieg gegen Uber, haben die spanischen Taxifahrer zunächst für sich entschieden.
Den "Guerra contra Uber", den Krieg gegen Uber, haben die spanischen Taxifahrer zunächst für sich entschieden.(Foto: REUTERS)

Verbot in Spanien, Klage in USA: Auf Uber rollt immer neuer Ärger zu

Die Berichte über immer neue Verbote des Taxi-Schrecks Uber reißen nicht ab: Nun hat ein Gericht in Madrid dem US-Unternehmen das Geschäft in Spanien untersagt. Und auch daheim in Kalifornien hat Uber Ärger.

Ein spanisches Gericht hat den Fahrdienstvermittler Uber vorläufig zur Einstellung der Geschäftstätigkeit aufgefordert. Das Gericht gab damit einem Antrag des Verbandes der Taxifahrer statt, die sich über den Vermittler von Fahrdiensten beschwert hatten. Die Taxifahrer hatten moniert, die Fahrer im Auftrag von Uber hätten keine Erlaubnis für den Personentransport.

Der Richter sah dies auch so und ergänzte, Uber befinde sich möglicherweise auch zu Unrecht in Wettbewerb mit den Taxifahrern, die für ihre Lizenzen zehntausende Euro zahlen und spezielle Zulassungen erwerben müssten.

Energische Proteste gegen Uber in Madrid im Juni 2014: Ein Demonstrant tritt ein Auto, das er für ein privates Taxi hält.
Energische Proteste gegen Uber in Madrid im Juni 2014: Ein Demonstrant tritt ein Auto, das er für ein privates Taxi hält.(Foto: AP)

Der Verband der Taxifahrer will sich nun darum bemühen, den Wettbewerber nicht nur vorläufig, sondern für immer von den Straßen Spaniens zu verbannen. Für eine Stellungnahme zu dem jüngsten Urteil waren weder Vertreter der Taxifahrer noch ein Sprecher des Unternehmens aus Kalifornien zu erreichen.

Auch Zuhause droht dem Unternehmen Ärger: Wegen Sicherheitsfragen muss sich Uber in Kalifornien vor Gericht verantworten. Die Staatsanwälte von San Francisco und Los Angeles teilten mit, Klage gegen die Internet-Vermittlung eingereicht zu haben. Sie werfen Uber vor, die Kunden bei der Überprüfung der Fahrer getäuscht zu haben. Zudem sollen Uber-Fahrer ohne Genehmigung auch Fahrten an Flughäfen übernommen haben. In San Francisco sollen sie eine zusätzliche Gebühr von vier Dollar erhoben, aber keine Leistungen an den Flughafen abgetreten haben.

Verbote in Indien und den Niederlanden

Im Juni hatten die Taxifahrer in Madrid gemeinsam mit tausenden Kollegen in London, Paris, Berlin and anderen Städten die Arbeit niedergelegt, um gegen Uber zu protestieren. Das Unternehmen vermittelt in vielen Städten über eine App Fahrten. Autofahrer können sich mit relativ geringem Aufwand bei Uber registrieren und dann mit der Personenbeförderung Geld verdienen. Das trifft aber in vielen Ländern auf Widerstand der Taxifahrer und auch der Behörden.

Erst am Dienstag hat auch die indische Regierung die Verwaltungen aller Bundesstaaten aufgefordert, Unternehmen wie Uber das Betreiben von Fahrerdienst-Apps wie UberPOP zu verbieten. Zuvor hatte die Verkehrsaufsicht in Neu-Delhi Uber und ähnliche Dienste den Betrieb in der Hauptstadt verboten, nachdem eine Passagierin einen Fahrer, den sie mittels Uber gebucht hatte, der Vergewaltigung beschuldigt hatte.

Die App UberPOP verbindet nicht-professionelle Fahrer mit Kunden. Jüngst hatte der Taxischreck aus den USA noch eine neue Finanzierungsrunde bekanntgegeben, die das Unternehmen mit 41 Milliarden US-Dollar bewertete. Damit wetten einige der wichtigsten Investoren auf der Welt auf ein extrem schnelles Wachstum der App - trotz starken Gegenwinds von Gesetzgebern und Taxiunternehmen rund um die Welt.

Uber führt derzeit in zahlreichen Ländern, in denen es aktiv ist, harte rechtliche Auseinandersetzungen mit der lokalen Justiz und Taxiunternehmen - darunter auch in Deutschland. Das Unternehmen sieht sich Demonstrationen von Taxifahrern ebenso ausgesetzt wie Untersagungsverfügungen und Gesetzen, die für kommerzielle Mitfahrgelegenheiten dieselben Sicherheits- und Arbeitsstandards wie für Taxibetreiber vorsehen. Erst am Montag hat ein Gericht in den Niederlanden den Betrieb von UberPOP verboten.

Quelle: n-tv.de

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