Wirtschaft
Rupert Stadler.
Rupert Stadler.(Foto: dpa)

Abgasaffäre: "Stadler muss liefern": Aufsichtsrat setzt Audi-Chef unter Druck

In der Affäre um manipulierte Abgaswerte fordert der Audi-Aufsichtsrat eine Erklärung von Konzernchef Rupert Stadler. Der gerät damit gehörig unter Druck - denn damit könnten "personelle Konsequenzen" folgen.

Führende Aufsichtsräte fordern von Audi-Chef Rupert Stadler eine lückenlose Aufklärung in der Diesel-Affäre. Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll der Audi-Chef bei der Aufsichtsratssitzung des Konzerns am kommenden Donnerstag erklären, wie es zu den Abgas-Manipulationen in Diesel-Fahrzeugen kommen konnte. Die Kontrolleure wollen zudem wissen, was der Manager nun unternimmt, um die Verantwortlichen zu finden. Man werde "dann Forderungen nach personellen Konsequenzen stellen, wenn alles auf dem Tisch" liege, heißt es aus dem Kontrollgremium.

Audi hatte vor einigen Tagen zugegeben, schon seit 2009 eine Software in 3-Liter-Motoren eingebaut zu haben, die nach amerikanischem Recht unzulässig ist. Allerdings hatte der Konzern nach ersten von den US-Umweltbehörden EPA und CARB erhobenen Vorwürfen den Einsatz einer solchen Software Anfang November dementiert.

Auch auf die Frage, wie es zu dieser Fehl-Einschätzung und der anschließenden Kommunikation an die Amerikaner kommen konnte, wollen die Aufsichtsräte von Stadler eine Antwort. "Aus heutiger Sicht war das falsch, das muss aufgeklärt werden", heißt es aus dem Gremium. Bereits am Donnerstag hatte Audi-Betriebsratschef Peter Mosch in einer Mitteilung angemahnt, man werde "von Arbeitnehmerseite ganz genau auf die Fortschritte dieser Aufklärung achten".

Dass bereits zwei Ingenieure aus der technischen Abteilung wegen des Falles beurlaubt wurden, könne erst der Anfang sein. "Das wird nicht ausreichen", heißt es aus dem Aufsichtsrat. Da es bei Audi "erhebliche Defizite im Compliance-Bereich", also bei Maßnahmen zur Einhaltung von Recht und unternehmensinternen Richtlinien, gebe, müssten diese Regeln schnell überprüft und angepasst werden. Vor allem bei technischen Abläufen und Abnahmen gebe es große Lücken.

Quelle: n-tv.de

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