Wirtschaft

Wie geht's weiter mit der Baustelle?: BER-Aufsichtsrat tagt in der Provinz

Der neue Hauptstadtflughafen BER ist noch nicht fertig, aber schon zu klein. Geschäftsführer Mehdorn fordert deshalb einen Masterplan. Eine wichtige Frage könnte aber unbeantwortet bleiben.

Hartmut Mehdorn will dem Aufsichtsrat Lösungskonzepte darlegen.
Hartmut Mehdorn will dem Aufsichtsrat Lösungskonzepte darlegen.(Foto: dpa)

Der Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen steht weiter in den Sternen. Anders als seit April angekündigt, wird nach der Aufsichtsratssitzung am Freitag im brandenburgischen Motzen wohl kein konkretes Datum verkündet, an dem der drittgrößte deutsche Flughafen an den Start geht. Allenfalls ein ungefährer Zeitraum soll genannt werden. Doch auch das ist unsicher.

Beobachter rechnen nicht mehr mit einer Inbetriebnahme des Neubaus vor 2017. Ursprünglich sollten von dem Flughafen in Schönefeld an der Berliner Stadtgrenze schon Ende 2011 Flugzeuge abheben. Klaus Wowereit - seinerzeit noch Regierender Bürgermeister und Aufsichtsratschef - hatte in der vergangenen Woche infrage gestellt, ob überhaupt ein "Terminband" für die Eröffnung vorgeschlagen wird. Flughafenchef Hartmut Mehdorn warnte dagegen kürzlich im "Tagesspiegel" vor Ängstlichkeit und forderte, durch einen Termin den Druck auf die Beteiligten zu erhöhen. "Man muss sich schon trauen."

Mehdorn wird darlegen, wie der Umbau der Brandschutzanlage im Terminal vorangeht. Planungsfehler und Baupfusch verhindern bislang, dass die Anlage komplett vollautomatisch funktioniert. "Die einfacheren Abschnitte des Terminals sind baulich bereits fertiggestellt", berichtet der Manager in einem internen Rundschreiben. "Für sämtliche anderen Abschnitte liegen Lösungskonzepte vor."

Der Aufsichtsrat wird auch darüber beraten, wie der Flughafen wachsen kann. Denn mit einer Kapazität von 27 Millionen Passagieren im Jahr ist er zu klein. Bereits in diesem Jahr wird an den Flughäfen Schönefeld und Tegel die Rekordzahl von knapp 28 Millionen Passagieren erwartet.

Mehdorn will deshalb vorübergehend den alten Flughafen Schönefeld weiternutzen. Er fordert zudem eine "BER-Masterplanung". Der Planfeststellungsbeschluss lässt den Bau von bis zu zwei Terminal-Satelliten zu, die die Kapazität auf 45 Millionen Passagiere erhöhen würden.

Was passiert mit Mehdorn?

Mehdorns Vertrag läuft noch bis Frühjahr 2016. Besonders beim Bund, aber auch in der brandenburgischen Landesregierung gibt es Stimmen für eine Ablösung des 72-Jährigen. Berichte über Gespräche mit möglichen Nachfolgern wurden jedoch nicht bestätigt. Wowereit war Mehdorn oft beigesprungen, sein Nachfolger im Regierungsamt, Michael Müller, hält sich zurück. Er übernimmt Wowereits Mandat im Aufsichtsrat. Wer neuer Aufsichtsratschef wird, ist aber offen.

Brandenburg hat seine beiden Minister aus dem Kontrollgremium abgezogen und durch eine Staatssekretärin und den Luftfahrtmanager Axel Arendt ersetzt, der als möglicher neuer Vorsitzender gehandelt wird. Laut Vize-Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider steht an diesem Freitag aber keine Wahl an.

Quelle: n-tv.de

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