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BER-Aufsichtsrat Michael Zehden weist die Verantwortung für die Pannen am Hauptstadtflughafen von sich.
BER-Aufsichtsrat Michael Zehden weist die Verantwortung für die Pannen am Hauptstadtflughafen von sich.(Foto: picture alliance / dpa)

Dienstältester Kontrolleur geht: BER-Aufsichtsrat "wurde falsch informiert"

Michael Zehden war am längsten im BER-Kontrollgremium aktiv. Nach 14 Jahren kehrt er dem Aufsichtsrat den Rücken. Auch er ohne jedes Schuldbewusstsein: Er habe sich nichts vorzuwerfen.

Der Hotel-Unternehmer Michael Zehden, der seit 2003 die Berliner Tourismuswirtschaft im Aufsichtsrat des BER vertreten hat, weist jede Verantwortung des Kontrollgremiums für Pannen beim Hauptstadtflughafen zurück. Vor der kurzfristigen Verschiebung der Eröffnung im Mai 2012 sei weder von der Flughafen-Geschäftsführung noch von externen Experten oder Wirtschaftsprüfern "eine Ampel auf Rot gestellt" worden, sagte Zehden dem "Tagesspiegel". Zehden hat seinen Rückzug aus dem Kontrollgremium angekündigt.

"Uns wurde von der Geschäftsleitung noch in der Aufsichtsratssitzung am 20. April 2012 lediglich die Brandschutzproblematik vorgestellt, die mit Mensch-Maschine-Lösung innerhalb von zwei bis drei Monaten behoben sein sollte", so Zehden. In der gleichen Sitzung habe ein Eventmanager minutiös den Ablauf der BER-Eröffnungsfeier für 40.000 Gäste vorgestellt.

"Der Aufsichtsrat konnte nicht davon ausgehen, dass so viel noch nicht fertiggestellt ist", sagt der Hotelier weiter. Er wisse nicht, ob man dies Betrug nenne. "Auf jeden Fall wurden wir falsch informiert", erklärte der Unternehmer. Zehden ist auch seit 2005 Aufsichtsratschef der Flughafentochter BFG, die den Airport Tegel betreibt.

Sein Abschied aus dem Kontrollgremium habe nichts damit zu tun, dass der brandenburgische Rechnungshof die Kontrolle des Bauprojekts jüngst bemängelte, betonte er. Der Zeitpunkt sehe "nach einer Flucht aus". Es sei aber keine Flucht und er springe auch nicht von Bord. Er habe keine Sorgen, sollte die Haftung des Gremiums erneut geprüft werden.

"Denn ich habe mir nichts vorzuwerfen, weil ich nach bestem Wissen und Gewissen meine Aufgabe wahrgenommen habe." Nach heutigen Erkenntnissen sei eine Eröffnung des Flughafens bis Ende 2017 zu schaffen. Die Staatsanwaltschaft Cottbus prüft, ob sich in dem Bericht Anhaltspunkte für Straftaten der Verantwortlichen finden.

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Quelle: n-tv.de

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