Wirtschaft
Die BNP Paribas ist auch Thema in allerhöchsten politischen Kreisen.
Die BNP Paribas ist auch Thema in allerhöchsten politischen Kreisen.(Foto: REUTERS)

Massiver Druck aus den USA: BNP-Chef soll seinen Hut nehmen

Die französische Großbank BNP Paribas steht in den Vereinigten Staaten wegen der Verletzung von Sanktionen am Pranger. Dem Geldinstitut droht eine Milliardenstrafe. Aber damit nicht genug: Die Amerikaner fordern auch personelle Konsequenzen.

Die New Yorker Bankenaufsicht drängt nach Angaben eines Insiders einen Chef der französischen Großbank BNP Paribas wegen deren Verletzung von Sanktionen zum Rücktritt. Als Teil eines Vergleichs fordere die Behörde den Abschied des für das operative Geschäft zuständigen Georges Chodron de Courcel sowie von etwa einem Dutzend weiterer Beschäftigter, hieß es aus Finanzkreisen.

Demnach ist ein Rücktritt von Courcel wahrscheinlich. Weder die Bank noch die Behörde wollten sich dazu äußern. Courcel ist einer von drei Chief Operating Officers (COO) bei der BNP.

US-Präsident Barack Obama lehnte es nach einem Abendessen mit seinem französischen Amtskollegen Francois Hollande ab, sich für die BNP einzusetzen. Es habe in den USA Tradition, dass sich der Präsident nicht in die Strafverfolgung einschalte, erklärte Obama. Die Regierung in Paris hatte wegen der drohenden US-Milliardenstrafe für die größte Bank des Landes mit Auswirkungen auf die transatlantischen Freihandelsgespräche gedroht.

Hohe Geldstrafe

Die US-Behörden werfen BNP Paribas vor, amerikanische Sanktionen gegen Länder wie den Iran, Syrien oder den Sudan mit Geldüberweisungen verletzt zu haben. Insidern zufolge soll BNP Paribas womöglich mehr als zehn Milliarden Dollar zahlen.

Auch andere Geldhäuser wie die Deutsche Bank werden wegen einer mutmaßlichen Verletzung von Sanktionen überprüft. Gegen mehrere Institute wurden bereits Strafen verhängt, darunter Standard Chartered aus Großbritannien. Auch im Skandal um Zinsmanipulationen und im Steuerstreit mit Schweizer Banken verhängten die US-Behörden hohe Bußen.

Quelle: n-tv.de

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