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Neuer Manipulationsverdacht gegen Großbanken: Bafin prüft im Isdafix-Skandal

Die manipulierten Libor-Zinssätze sind kein Einzelfall. Auch beim Isdafix, dem Referenzwert etwa für den billionenschweren Markt für Zinsderivate, soll kräftig geschummelt und in die eigenen Taschen gewirtschaftet worden sein. Die deutsche Finanzaufsicht Bafin ist ebenso alarmiert wie die US-Aufsicht CFTC, dennauch deutsche Banken könnten involviert sein.

Nach der Affäre um manipulierte Libor-Zinssätze gibt es einen neuen Verdacht gegen internationale Großbanken. Die Bankenaufsicht Bafin prüft nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", ob auch deutsche Geldhäuser an möglichen Manipulationen rund um den Derivate-Referenzwert Isdafix beteiligt sind. "Wir gehen den Vorwürfen nach", sagte ein Sprecher der Behörde dem Blatt. Welche Banken geprüft werden, wollte die Bafin nicht mitteilen, da sie generell zu einzelnen Instituten keine Stellung nimmt.

Der Finanznachrichtendienst Bloomberg hatte berichtet, die US-Aufsicht CFTC habe Belege für mögliche Manipulation an dem wichtigen Referenzwert gefunden. Demnach ermitteln die US-Behörden gegen insgesamt 15 Banken, darunter auch die Deutsche Bank. Das Geldhaus wollte das laut Zeitung nicht kommentieren. Nach Informationen des Blattes wurde der deutsche Branchenprimus jedoch noch nicht von den Behörden kontaktiert.

Der Isdafix-Referenzwert ist für die Festlegung von Preisen bei komplexen Finanzprodukten, die nicht über die Börsen gehandelt werden, von zentraler Bedeutung - etwa bei Zinsderivaten. Am Isdafix orientieren sich Finanzprodukte im Wert von 370 Billionen Dollar.

Eine Manipulation hätte damit ähnliche Dimensionen wie beim Libor. Darin waren rund ein Dutzend Großbanken verwickelt. Sie sollen von 2005 bis 2009 den Zinssatz Libor und andere Marktzinsen mit falschen Angaben manipuliert haben, um ihre wahren Refinanzierungskosten zu verschleiern und Handelsgewinne einzustreichen. Mehrere Großbanken haben bereits Strafzahlungen geleistet. Sie sollen mehr als 2 Mrd. Euro betragen.

Quelle: n-tv.de

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