Wirtschaft
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Kommt die Kurzarbeit?: Bahn unter Druck

Alles nur heiße Luft? Einem Medienbericht zufolge plant die Bahn wegen des schwächelnden Gütergeschäfts Kurzarbeit. Ein Bahnvertreter dementiert und sieht das Geschäft wieder im Aufschwung. Doch Bahnchef Grube klingt nicht ganz so optimistisch.

Trotz der Dauerkrise im Schienengüter-Verkehr ist Konzernkreisen zufolge keine Kurzarbeit in Sicht. "Zum einen zieht das Geschäft langsam wieder an, zum anderen sind die Arbeitszeitkonten der meisten Mitarbeiter noch voll", sagte ein Unternehmensvertreter der Agentur Reuters. Teile des Bahn-Managements wollten womöglich mit solchen Gedankenspielen Druck erzeugen.

Die Nachrichtenagentur AFP zitiert allerdings einen Sprecher der Bahn, der Kurzarbeit im Güterverkehr nicht ganz auschließen wollte. Sollte es dazu kommen, wäre diese Sparmaßnahme allerdings "regional und zeitlich eingeschränkt", so der Sprecher.

Der "Tagesspiegel" hatte am Wochenende berichtet, der Konzern prüfe Kurzarbeit. Hintergrund sei das schwache Güter-Geschäft infolge der Konjunktureintrübung. Besonders die Stahl- und die Autotransporte fehlten.

Eine Krise gestehen inzwischen auch führende Bahn-Mitarbeiter ein. Das Transport- und Logistikgeschäft sei besonders konjunkturabhängig, erklärte der zuständige Vorstand Karl-Friedrich Rausch in der jüngsten Ausgabe der Mitarbeiterzeitung "DB Welt". In schwierigen Zeiten breche das Geschäft schnell ein. Schon 2012 war der Güterverkehr auf der Schiene zurückgegangen. "Die weltweite Konjunkturabschwächung spüren wir deutlich", sagte auch Bahnchef Rüdiger Grube der "DB Welt". "Jetzt gilt es im Interesse aller Verantwortung zu übernehmen - ein jeder bei seinen Aufgaben."

Gewinnziel kassiert

Im Konzern heißt es weiter, dass das alte Ziel eines weiteren Rekordgewinns erledigt ist. Statt der angepeilten 2,9 Milliarden Euro würden es 2013 wohl eher 2,6 Milliarden werden. Die von Grube genannten weltweite Konjunkturschwäche trifft in erster Linie den Güterverkehr, sowohl auf der Schiene als auch die internationale Logistik der Tochter Schenker (Lkw, Flugzeug, Schiff).

Im Schienen-Güterverkehr beschäftigt die Bahn europaweit rund 32.000 Menschen. Die Eisenbahnverkehrsgewerkschaft EVG lehnt die Kurzarbeit als "nicht notwendig" ab, wie Vorstandsmitglied Martin Burkert dem "Tagesspiegel" sagte.

Quelle: n-tv.de

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