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US-Anwälte werben um Autobesitzer: Bereits 40 Sammelklagen gegen VW

Die befürchtete Prozesslawine gegen den Volkswagenkonzern kommt ins Rollen. Die Kunden-Anwälte haben auch schon ein Wunschgericht für ihre Klagen im Auge. Dessen Entscheidungen in der Vergangenheit verheißen für VW nichts Gutes.

Ein US-Bundesgericht in Kalifornien soll sich mit den Sammelklagen gegen Volkswagen wegen des Abgas-Skandals befassen. Ein Klägeranwalt beantragt, mindestens zwei Dutzend Klagen zusammenzufassen und an das Gericht von Bezirksrichter Fernando Olguin zu verweisen. Insgesamt wurden laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" bereits 40 Sammelklagen in den USA und zwei in Kanada in dem Fall eingereicht. Anwälte werben zudem intensiv um weitere Besitzer von betroffenen VW-Autos, die sich den Klagen anschließen sollen. Auch ein Autohändler hat demzufolge geklagt.

Das Gericht hat Erfahrung mit Klagen gegen Autobauer: Toyota erklärte sich 2012 in einem Vergleich zur Zahlung von 1,1 Milliarden Dollar bereit, um eine Sammelklage wegen Problemen mit Fußmatten und klemmenden Gaspedalen beizulegen. Hyundai und Kia erklärten sich bereit, 255 Millionen Dollar zu zahlen, weil sie einen zu niedrigen Benzinverbrauch angegeben hatten.

Die US-Umweltschutzbehörde Epa hat VW nachgewiesen, bei zahlreichen Diesel-Fahrzeugen die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen zu haben. Allein in den USA geht es um fast eine halbe Million Autos. Volkswagen droht deshalb - zusätzlich zu eventuellen Schadensersatzzahlungen an Kunden - eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar. Inzwischen hat der Fall weltweite Ausmaße angenommen. Bis zu elf Millionen Fahrzeuge könnten weltweit von Manipulationen betroffen sein.

Betrug und Vertragsbruch

Laut "SZ" werfen die Kläger VW Betrug, Vertragsbruch und weitere Gesetzesverstöße vor. Die Kunden fühlen sich getäuscht, denn sie hätten mehr gezahlt, um vermeintlich umweltfreundliche Autos zu fahren. Angesichts der breiten Berichterstattung in den Medien könnten hunderte weitere Klagen auf Volkswagen zukommen, sagte Klägeranwalt David Vendler von der Anwaltskanzlei Morris Polich & Purdy in Los Angeles, der den Antrag stellte. Es sei sinnvoll, dass sich ein einzelnes Gericht so schnell wie möglich mit all den Klagen befasst. "Ansonsten ist es wie Flöhe hüten."

Es ist in den USA üblich, dass mehrere ähnliche Schadenersatzklagen zusammengefasst werden. Doch streiten sich Kläger und Beklagte oft um einen für sie günstigen Gerichtsstand. Auch in Deutschland drohen VW Klagen. Ein Sprecher von Volkswagen lehnte es ab, sich zu dem laufenden Verfahren zu äußern.

Quelle: n-tv.de

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